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Landkreis bremst Wünsche aus Grüppenbührener Baupläne scheitern am Grundwasserschutz

Von Reiner Haase | 10.02.2016, 07:32 Uhr

Ein paar Bauplätze schaffen, damit junge Familien in den Dörfern bleiben: Diese Strategie der Gemeinde Ganderkesee hat andernorts, zum Beispiel in Immer und Havekost, funktioniert. In Grüppenbühren steht sie aber vor dem Scheitern.

Die Gemeindeverwaltung empfiehlt der Politik, die Arbeit an einer Außenbereichssatzung als Grundlage für Bauplanungen für einen locker bebauten, etwa 350 Meter langen Bereich rechts und links der Kühlinger Straße zu stoppen. Grund ist die Ankündigung des Landkreises Oldenburg, hier keine Kleinkläranlagen für die Beseitigung von Abwasser zuzulassen. Die Alternative, ein Kanalsystem mit Ableitung in eine Kläranlage, gibt es in Grüppenbühren nicht.

Boden nicht sickerfähig

Das Stoppsignal hat der Landkreis im Rahmen der Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange gesendet. „Bereits jetzt bestehen aufgrund der nicht sickerfähigen Böden und teilweise bereits überlasteten Gräben in Kühlingen erhebliche Probleme, das anfallende Abwasser der vorhandenen Kleinkläranlagen ordnungsgemäß abzuleiten. Einer Übertragung der Abwasserbeseitigungspflicht auf die Grundstückseigentümer würden wir aufgrund des derzeitigen Kenntnis- und Sachstandes nicht zustimmen“, lautet die Begründung. Die Gemeindeverwaltung weist auch auf die Belastung des Grundwassers durch die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen in diesem Bereich und der Umgebung hin. Im Klartext heißt das: Grundwasserschutz geht vor Baurecht.

Baupläne sollen begraben werden

Die Baupläne für Grüppenbühren sollen am Donnerstag im Ausschuss für Gemeindeentwicklung begraben werden. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Der Ausschuss befasst sich auch mit einem kleinen Baugebiet an der Agnes-Miegel-Straße in Elmeloh, für das vor allem das Aufspüren von Ausgleichsflächen für den Eingriff in die Natur und die Landschaft Probleme bereitet hat.

Schützenverein Hoyerswege will bauen

Für den Kernort Ganderkesee bedeutsam sind die Beratungen über das geplante Baugebiet auf der „Köhlerwiese“ im Dreieck zwischen der Bergedorfer Straße und der Bahn und über ein neues kleineres Baugebiet südlich der Oldenburger Straße zwischen dem Brüninger Weg und der Grüppenbührener Straße. Es soll den Wohnbau am Nordrand des Orts abrunden.

Eingeleitet werden soll auch eine Änderung des Flächennutzungsplans für eine bisher landwirtschaftliche Fläche im Bereich Holzkamper Damm/An der Hackhorst. Dort will der Schützenverein Hoyerswege eine Anlage für den Schießsport bauen.