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Landkreis erprobt Tempomessgerät Grauer Klotz nimmt Raser aufs Korn

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 06.01.2018, 18:11 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Der Landkreis Oldenburg nimmt Raser künftig mit Radartechnik in einem grauen Klotz aufs Korn. Das Tempomessgerät ist für Ortswechsel geeignet.

Wenn’s blitzt, hat die Tarnfarbe gewirkt: Der Landkreis Oldenburg erprobt zurzeit sein neues Tempo-Messgerät, das als unscheinbarer grauen Klotz am Straßenrand erscheint. Seine besondere Eigenschaft: Das stabil wirkende Gerät kann auf Räder gestellt, hinter ein Fahrzeug gehängt und von einem Ort zum anderen gebracht werden. Im Fachjargon heißt es folglich „semistationäres Messgerät“.

Erprobungszeit läuft

Anfang der letzten Woche hat der Apparat in Ganderkesee an der Bergedorfer Straße gestanden und in der zweiten Wochenhälfte an der Almsloher Straße nahe der Autobahnabfahrt in Urneburg. „Wir lernen das Messgerät zurzeit kennen und suchen geeignete Standorte“, berichtet Siegfried Bluhm, der Leiter der Straßenverkehrsbehörde im Kreishaus. „Es muss alles passen, zum Beispiel der Abstände und die Beschaffenheit des Einstellplatzes“ ergänzt Bluhm. Der Untergrund muss eben genug und tragfähig sein. „Wenn das Gerät im Boden versinkt und der Neigungswinkel sich verändert, ergeben sich keine brauchbaren Messwerte“, erläutert Bluhm. Am Unfallschwerpunkt Havekoster Kreuzung zum Beispiel, der vorab als prädestiniert für den Einsatz der neuen Technik benannt worden war, gebe es keinen geeigneten Einstellplatz.

Nachtbetrieb möglich

Bisher hat der Landkreis Oldenburg über drei mobile Messgeräte verfügt. Das Personal wird aus Sicherheitsgründen nur tagsüber an prekäre Orte im Straßennetz geschickt. „Das semistationäre Messgerät kann mehrere Tage an einem Standort und auch nachts in Betrieb bleiben. Standortwechsel wird es geben, damit sich keine Gewöhnungseffekte einschleichen“, stellt Bluhm klar.

Hauptziel Unfallvermeidung

Die Überwachung des fließenden Verkehrs dient vor allem dem Ziel, die Geschwindigkeiten und die Zahl der schweren Unfälle nach unten zu drücken. Einnahmen aus Bußgeldern werden auch in Projekte wie die Fahrsicherheitstrainings für junge Autofahrer und für die Fahrer der Generation 65 plus gesteckt. Und schließlich soll sich die Ausgabe von 150000 Euro für das neue Gerät irgendwann rentiert haben.