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Landkreis muss 300 Personen aufnehmen Flüchtlinge werden in Wildeshauser Turnhallen untergebracht

Von Thomas Deeken | 15.10.2015, 20:21 Uhr

Im Landkreis Oldenburg sollen für vier Wochen 300 Flüchtlinge untergebracht werden. Sie kommen direkt aus Bayern und müssen in Wildeshausen registriert und medizinisch versorgt werden.

Bereits am Freitagnachmittag, 16. Oktober, werden in Wildeshausen zwei Busse mit 100 Flüchtlingen erwartet, die direkt aus Bayern kommen und die der Landkreis aufnehmen muss. Die anderen 200 Flüchtlinge reisen am Montag, 19. Oktober, sowie am Donnerstag, 22. Oktober, an, sagte Landrat Carsten Harings am Donnerstag, nachdem ihm vom Land Niedersachsen kurzfristig mitgeteilt worden war, vorübergehend weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Diese 300 Flüchtlinge sollen allerdings nur vier Wochen bleiben, zitierte der Landrat aus den Informationen des Landes.

Unterbringung in Widukindhalle und Sporthalle des Gymnasiums

Die ersten 100 Flüchtlinge würden ab Freitag in der Turnhalle des Wildeshauser Gymnasiums, die nächsten 100 ab Montag in der Widukindhalle der BBS untergebracht. Das sei wegen der Herbstferien nicht weiter problematisch. Schulleitungen, Schulamt sowie Spotvereine und -gruppen seien informiert. Wolfgang Sasse, Vorsitzender des VfL Wittekind, habe sogar Unterstützung angeboten.

100 Flüchtlinge kommen am Donnerstag

Andere Kommunen wie die Gemeinde Ganderkesee müssten nach derzeitigem Stand nicht damit rechnen, zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen, so Harings. Wo die restlichen 100 ab nächsten Donnerstag unterkommen werden, sei aber noch nicht geklärt – eventuell auch in Wildeshausen. „Aber möglich ist alles“, so Landkreissprecher Oliver Galeotti. Eine Entscheidung werde es zum Wochenstart geben.

Unterstützung durch Malteser Hilfsdienst und Polizei

Als Harings am Mittwochnachmittag die Nachricht vom Land gehört hatte, sei kurz darauf der Krisenstab zusammengekommen, der am Donnerstagvormittag in erweiterter Runde mit Malteser Hilfsdienst und Polizei die ersten Entscheidungen getroffen habe: Denn es müssten nicht nur die Sporthallen eingerichtet werden. Vielmehr gehe es auch darum, Dolmetscher zu holen, eine Ersterfassung aufzubauen und den ersten Medizin-Check zu organisieren. Denn die Flüchtlinge seien weder registriert, noch untersucht worden. Darüber hinaus werde mithilfe der Malteser, des Krankenhauses Johanneum und der Kirchen so viel wie möglich von der Verpflegung bis zur Betreuung auf die Beine gestellt.

Keine näheren Informationen über die Flüchtlinge

Ob am Freitag tatsächlich auch 100 Flüchtlinge in Wildeshausen bleiben oder ob sich einige beispielsweise sofort in Richtung Schweden auf den Weg machen, aus welchen Ländern die Menschen stammen und welcher Religion sie angehören, wisse Harings nicht. Er betonte: „Wir nehmen diese Herausforderung an und versuchen, das Problem fokussiert zu lösen.“ Trotz der sehr knappen Zeit sei er zuversichtlich, „dass wir das alles hinkriegen“. In den Ferien werde das Team dann überlegen, wie es im Einzelnen weitergeht.

Verärgerung über Kosten-Diskussionen

Erfreut zeigte sich der Landrat über die Hilfsbereitschaft der Wildeshauser. Mächtig geärgert habe er sich dagegen über die Kosten-Diskussionen mit dem Land: „Wenn wir schon Amtshilfe leisten, dann soll das Land das auch bezahlen.“