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Landkreis Oldenburg „op platt“ „Swinsmoors“ regt an zu Buch über den Landkreis

Von Reiner Haase | 20.07.2015, 17:48 Uhr

In herzlich klingendem Platt hat Karl-Heinz Bonk ein Porträt des Landkreises Oldenburg verfasst. Vorgestellt hat er die Neuerscheinung vor der Kulisse der Klosterruine in Hude.

„Plattdeutsch schließt die Herzen auf“, lautet das Fazit Karl-Heinz Bonks, nachdem er mit seiner Frau Elke den Landkreis Oldenburg für ein Buchprojekt durchradelt hat. „Vielfach haben sich herzliche Gespräche ergeben, wenn wir unterwegs Menschen ,op platt‘ angesprochen haben“, berichtet Bonk. Der Autor hat im Klönschnack vor Ort Informationen für das Buch „De Landkreis Ollnborg in Platt“ gesammelt, sie den Blick der Fotografin für Ablichtenswertes schweifen lassen. Zusammengefügt sind die Texte und Bilder in einem über 160 Seiten dicken Buch, das jetzt im Oldenburger Isensee-Verlag erschienen ist.

Marktlücke gefunden

Das Ehepaar Bonk und Verleger Florian Isensee wollen mit dem Buch eine kleine Marktlücke schließen. „Es gibt viele Bücher mit plattdeutschen Geschichten und Döntjes. Plattdeutsche Sachbücher haben Seltenheitswert“, weiß der Verleger. Seine Überzeugung, dass das Buch Abnehmer finden wird, gründet auf Erfahrung: Isensee und Bonk haben schon erfolgreich ein Buch über den Landkreis Ammerland veröffentlicht, das sich laut Verleger gut verkauft.

Von Swinsmoors bis Stedingsehre

Ein Blick auf die Speisekarte des Vielstedter Bauernhauses hat das Interesse des Ammerländers Bonk für den Nachbarlandkreis geweckt: „Rökert Swinsmoors op Broot“ werde dort angeboten. Eins draufgesetzt hat das Kennenlernen von Oma Willes Rauchhaus in Wardenburg. Bilder von Landschaften und historischen Stätten, sachliche Auskünfte aus allen acht Rathäusern der Gemeinde und aus dem Kreishaus in Wildeshausen sind zusammengefügt zu kleinen Porträts, die beim Nachlesen Lust aufs Entdecken wecken. „Es gibt kaum eine Landschaft im Oldenburger Land mit solcher Vielfalt“, zeigt sich Autor Bonk auch im Nachhinein beeindruckt. Der Entstehung der Landschaft in der Eiszeit widmet er ein eigenes Kapitel. Markantes wie die Großsteingräber, Bauernhäuser mit besonderem Stil und die Backsteinkirchen werden gesondert dargestellt. Die neuere und neueste Geschichte wird auch gestreift, zum Beispiel die Melkhüser als Plätze zum Erfrischen oder die Stedingsehre in Bookholzberg, von den Nazis gebaute Geschichte, die von einem Arbeitskreis aufgearbeitet wird: „Man mutt nee’t Läven un Denken dorhen dragen“: So formuliert es der Autor.