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Landkreis Oldenburg schlägt Alarm Noch immer zu viel Nitrat im Grundwasser

Von Dirk Hamm | 28.12.2017, 19:59 Uhr

Das Problem der zu hohen Nitratkonzentration im Grundwasser bleibt ein „Dauerbrenner“ im

„Die geforderte und erforderliche Trendumkehr der Konzentrationsentwicklung bei Nitrat ist bislang nicht eingetreten, sie ist leider auch noch nicht in Ansätzen zu erkennen“ – zu diesem Schluss kommt die Kreisverwaltung in ihrem Jahrespressebericht. Demnach ist bei Proben im gesamten Netz von 56 Messstellen auf dem Gebiet des Landkreises mehrheitlich der in der EU geltende Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser teils erheblich überschritten worden.

Grenzwert teils weit überschritten

16 Messstellen waren unauffällig, in zehn weiteren Fällen wurde der Grenzwert nicht erreicht. Demgegenüber ergaben die Proben nach Angaben der Kreisverwaltung an 30 Messbrunnen einen Nitratgehalt von mehr als 50 Milligramm pro Liter. Neunmal wurde dabei gar der Wert von 150 Milligramm überschritten. Grenzwertüberschreitungen wurden an 14 Messstellen zudem bei Rückständen von Pflanzenschutzmitteln festgestellt.

Das Fazit der Fachleute beim Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft: „Die Einstufung nach der Wasserrahmenrichtlinie, dass der gesamte Grundwasserkörper im Landkreis sich in einem schlechten Zustand befindet, ist begründet.“

Wenig Hoffnung auf schnelle Resultate des neuen Düngerechts

Wenig optimistisch zeigen sich die Experten des Landkreises hinsichtlich der weiteren Entwicklung beim Grundwasserschutz. Zwar herrsche Einvernehmen mit den Vertretern der Landwirtschaft, dass der Stickstoffeintrag in das Grundwasser spürbar und flächendeckend wirksam gemindert werden müsse. Starke Zweifel werden seitens des Landkreises aber daran geäußert, dass die mit der seit diesem Jahr geltenden Änderung des Düngegesetzes verknüpften schärferen Regulierungen schnelle Resultate erbringen.

Umdenken bei den Landwirten gefordert

Nach Auffassung der Kreisverwaltung ist ein „Umdenken“ in der Landwirtschaft erforderlich. Es brauche „weniger und sehr gezielte, an Standort und Bedarf der Pflanze angepasste Düngung“, um die Grundwasserqualität zu verbessern. Die Kreisverwaltung hat angekündigt, ihre Kontrollen im Hinblick auf die Einhaltung von Sperrfristen und innerhalb der Wasserschutzgebiete zu intensivieren. Gleichzeitig müsse die Anzahl der düngerechtlichen Überprüfungen durch die vom Land Niedersachsen und der Landwirtschaftskammer ins Leben gerufene Düngebehörde erhöht werden.