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Landschaftsschutz in Hohenböken Brachvogel behält Revier nördlich des Sielingsees

Von Reiner Haase | 17.01.2016, 17:14 Uhr

Die Pläne für den Landschaftsschutz in Hohenböken kommen in Hude gut an. In der unbebauten Kulturlandschaft sind selten gewordene Arten wie der Große Brachvogel heimisch.

Das geplante Landschaftsschutzgebiet in Hohenböken kommt in Hude genauso gut an wie in Ganderkesee. Dietmar Mietrach, Chef der CDU-Fraktion im Ganderkeseer Gemeinderat, verfolgte die jüngste Sitzung des Huder Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt als Gast und stellte zufrieden fest, dass Politik und Verwaltung in der Nachbargemeinde die Planung der Unteren Naturschutzbehörde begrüßen, die vor allem Flächen auf Ganderkeseer Gebiet, aber auch den Nordostzipfel Hudes betreffen. Mietrach erinnert daran, dass sich auch im Ganderkeseer Umweltausschuss alle Fraktionen hinter das Projekt gestellt haben und nennt die Flächen im Bereich Sielingsee/Stedinger Kanal „ein Juwel im Landschaftsbild“.

Juwel auf moorigem Boden

Laut Eva-Maria Langfermann, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde im Kreishaus, soll unverbautes Grünland für die Nachwelt gerettet werden. Hier gebe es noch die Sumpfohreule, die Feldlerche, den Kiebitz und den Großen Brachvogel. Die moorige Bodenstruktur sei gut erhalten. Es sei versucht worden, mit den Eigentümern die strengeren Regeln des Naturschutzes gegen Entschädigungen vertraglich zu vereinbaren. Mehr als 100 Eigentümer hat die Behörde aber nicht unter einen Hut bekommen. Landschaftsschutz sichert das, was vorhanden ist.

Bauen wird untersagt

Langfermann stellte klar, dass sonst auf landwirtschaftlichen Flächen zulässige Bauten wie Windkraft- und Biogasanlagen, Ställe und Gehöfte im Landschaftsschutzgebiet ausgeschlossen sind. Das Grünland dürfe nicht in Ackerland umgewandelt werden; gepflügt werden dürfe nicht einmal zur Pflege der Grasnarbe. Auf Anregung des Huder Ausschussvorsitzenden Werner Siems (CDU) wird noch geprüft, ob Schlitztechnik für die Nachsaat vorgeschrieben wird, wie im Entwurf der Schutzverordnung vorgesehen. Siems, in Wüsting aktiver Landwirt, benannte Arbeit mit Fräsen und Kreiselgrubber als gleichwertig im Sinne des Bodenschutzes. „Er hat es geschafft, einen kleinen Werbeblock für die Huder Amazonenwerke in die Beratung einzubauen“, kommentiert Mietrach diesen Wortwechsel amüsiert.

Badespaß bleibt erhalten

Der Sielingsee mit Badestrand und DLRG-Häuschen werde nicht ins Landschaftsschutzgebiet einbezogen und solle so bleiben, wie er ist, erklärte Langfermann auf Nachfrage. Mit Ausnahme einer Partei sehe man das im Ganderkeseer Rat genauso, berichtet Mietrach.