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Landtage Nord 2016 in Wüsting Landtage-Chef erwartet von Funke eine Klartext-Rede

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 01.07.2016, 08:41 Uhr

Landtage-Chef Urban ist das Thema Milchpreiskrise wichtiger als ein lupenreiner Hauptredner. Ex-Minister Funke habe seine Strafe schon gekriegt.

Die Veranstalter der Landtage Nord 2016 in Wüsting fürchten, dass die aktuelle Milchpreiskrise nicht nur Landwirte in Existenznot bringt, sondern auch Zulieferer in den Abgrund zieht. Für die Eröffnungsveranstaltung am Freitag, 19. August, wünschen sich die Organisatoren deshalb eine zündende Rede, deren Inhalte nicht nur die sowieso informierten Fachkreise erreichen, sondern möglichst breit in die Öffentlichkeit wirken. Für den Landtage-Nord-Chef Helmut Urban ist deshalb der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke der richtige Mann auf der Bühne.

„Abstand zur aktuellen Politik“

„Funke neutral zu nennen ist vielleicht falsch. Aber er hat genügend Abstand zur aktuellen Politik im Bund und im Land. Und er hat wahnsinnig viel Hintergrundwissen über die Entscheidungen in der Landwirtschaftspolitik, die die aktuelle Situation beeinflussen“, sagt Urban. Er weist darauf hin, dass Funke ansonsten nur noch auf der kommunalpolitischen Bühne in Varel und im Landkreis Friesland für eine freie Wählervereinigung wirke.

Untreue-Urteil bekannt

Wegen der Gründung der Wählerinitiative „Zukunft Varel“ vor der Kommunalwahl 2011, die ihm Sitze im Stadtrat und im Kreistag einbrachten, endeten jahrelange Querelen in der SPD mit dem automatischen Erlöschen der SPD-Mitgliedschaft. Landtage-Nord-Chef Urban weiß auch, dass Funke wegen Untreue zu Lasten des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands aus seiner Zeit als Vorsteher des OOWV zu einem halben Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden ist und dass der Streit um 8000 Euro aus der OOWV-Kasse, mit denen Rechnungen zu Funkes Silberhochzeit beglichen worden sind, mit einer 2000-Euro-Spende an das Kinderhospiz Löwenherz in Syke beendet worden ist. „Er hat seine Strafe gekriegt“, sagt Urban, „und das ist alles schon ein bisschen her.“