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Langfristige Lösung gesucht Ganderkeseer BürgerBusse fahren weiterhin im Tandem

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 16.02.2016, 08:14 Uhr

Die Ganderkeseer BürgerBus-Fahrzeuge sind auf der Linie 220 auch in den nächsten vier Wochen weiterhin im Tandem unterwegs. Das hat Hanna Otter-Sandstedt, Vorsitzende des BürgerBus-Vereins, auf dk-Nachfrage mitgeteilt. In diesem Zeitraum müsse jedoch eine Lösung gefunden werden, wie es langfristig weitergehen soll. Schließlich hätten die ehrenamtlichen Fahrer bereits die Grenze der Belastbarkeit erreicht.

Seit Mitte Januar sind die Tandems auf Tour, weil immer mehr Fahrgäste das Angebot nutzen wollen – vor allem zahlreiche Flüchtlinge, die per Bus zu ihren Sprachkursen fahren wollen. Das Problem dabei, so Fachbereichsleiter Peter Meyer: Die ehrenamtlichen Fahrer dürfen maximal acht Fahrgäste im Bus mitnehmen. Mehr dürften nicht mit, das sei gesetzlich geregelt. Inzwischen sei es aber mehrfach vorgekommen, dass mehr Menschen mitwollten, aber nicht befördert werden durften und deshalb an der Straße stehenbleiben mussten. „Eine missliche Situation“, sagt Meyer. Und auch die BürgerBus-Vorsitzende ist verärgert – weil nicht alle Personen mitgenommen werden können „und weil keine langfristige Lösung in Sicht ist“.

„Kreis, Gemeinde und Weser-Ems-Bus in der Verantwortung“

Kreis, Gemeinde und der Strecken-Konzessionär Weser-Ems-Bus stünden in der Verantwortung, die Beförderung zu regeln. Sie selbst sehe sich innerhalb ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Pflicht, die Fahrten und den Einsatzplan der insgesamt drei Linien 220, 221 und 222 zu organisieren, so die Vorsitzende.

Jede Woche ein fester Fahrer

Gemeinsam mit weiteren BürgerBus-Mitgliedern habe Otter-Sandstedt inzwischen mehrere Gespräche mit den Fraktionen, mit der Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, der Verwaltung, der regioVHS und Christian Badberg vom Fachdienst Internes und Asyl geführt, um das Problem zu lösen. Ihr derzeitiges Angebot: Die beiden Busse der Linie 220 fahren noch bis Mitte März von montags bis freitags zwischen 10.48 Uhr und 16.45 Uhr drei Mal täglich die Tour ab. Pro Woche werde eine feste Person als Fahrer eingesetzt. Drei gebe es bereits, eine müsse noch gefunden werden, so die Vereinsvorsitzende, die davor warnt, die Ehrenamtlichkeit überzustrapazieren.

Vier Vorschläge

„Eine Patentlösung wird es wohl nicht geben“, glaubt Fachbereichsleiter Meyer: „Wir haben aber das Problem erkannt und arbeiten an Lösungen.“ Die ersten Ideen: Die regioVHS werde Sprachkurse so anbieten, dass Flüchtlinge nicht so häufig mit dem Bus fahren müssten. Außerdem soll geprüft werden, ob eine Zugfahrt über Delmenhorst eine Alternative für einige sein könnte. Darüber hinaus könnten Flüchtlinge und auch andere Fahrgäste morgens den zweiten Schulbus nutzen. Das ist laut Meyer mit dem VBN-Fahrschein möglich. Und noch ein Vorschlag ganz ohne Motor: Viele Flüchtlinge könnten auch mit ihrem Fahrrad zum Deutschkurs fahren.