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Lastwagen gefährden Kinder Bergedorfer wollen Lieferverkehr aus dem Ort verbannen

Von Thorsten Konkel | 15.06.2015, 22:36 Uhr

Kinder und Laster auf enger Dorfstraße: Das ist das Konfliktpotenzial, das Bergedorfer mit der Umleitung des Schütte-Werksverkehrs über die Straße Ohe und einem Radweg lösen wollen.

Bergedorf ist ländlich-beschaulich und wird darum von immer mehr jungen Familien als idealer Lebensort angesehen. Auch die Landwirtschaft und das Gewerbe wachsen. Doch genau das wird gegenwärtig zum Problem:

Dorfverkehr gerät aus der Blanace

„Der Dorfverkehr ist aus der Balance geraten. Die Straßen können vor allem den Schwerlast-Zulieferverkehr kaum noch tragen“, hat Friedhard Johannes, Vorsitzender des Bergedorfer Dorfausschusses, gestern Abend den Mitgliedern der Ganderkeseer SPD-Fraktion beim Ortstermin an der Alten Dorfstraße geschildert.

Schwerlastverkehr als Gefahr

Große Laster mit Ziel Schütte-Aluminium, immer breiter werdende landwirtschaftliche Maschinen, dazu Pferde- und Viehtransporte zu und von den Höfen böten auf der Straße ein wachsendes Unfallrisiko. Grund: „Es gibt immer mehr Heranwachsende, die nun auch schon allein mit dem Rad unterwegs sind“, sagte er. Und die Alte Dorfstraße sei weder für den wachsenden Schwerlastverkehr ausgelegt, noch habe sie die Breite um einen sicheren Begegnungsverkehr zu gewährleisten.

Ernste Straßenschäden

„In den engen Kurven brechen bereits die Straßenränder weg“, erklärte Johannes und führte die Sozialdemokraten zur Kurve am Denkmal. Deutliche Bruchkanten am Straßenbelag zeugten dort von einer Überbelastung. „Bergedorf ist jung, 420 Einwohner, 127 davon unter 30 Jahren“, rechnete Bezirksvorsteher Reinhard Siemers vor. Kleine Kinder und große Lastwagen, da sei es mit der „Harmonie“ auf der Straße vorbei, stellte Johannes fest. „Wir sprechen hier von zwei Arten von Schwerverkehren“, betonte er. Den „internen“ mit Traktoren und landwirtschaftlichen Transporten könne und wolle man natürlich nicht aus dem Dorf verbannen. Gern dafür aber die Transporte von und zu Schütte.

Zulieferer über Ohe umleiten

Der Vorschlag: „Werksverkehre könnten über die Straße Ohe geleitet werden“, so Johannes. Auf der Ackerseite der Straße könnte ein Radweg angelegt werden. SPD-Fraktionschef Werner Brakmann versprach, die Möglichkeit von Verkehrszählungen zu prüfen und abzufragen, ob eine Radwegeförderung durch den Kreis infrage käme. Das Wunschziel der Bergedorfer – eine Anbindung an das Dötlinger Radwegenetz. „Das könnte auch den Tourismus fördern“, sagte er.