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Laurentius Hospiz Hospiztag in Falkenburg bietet ungeahnte Einblicke

Von Ole Rosenbohm | 15.10.2018, 09:59 Uhr

Falkenburg Die letzte Reise macht jeder, und manche führt sie in Einrichtungen wie das Laurentius Hospiz in Am Samstag öffnete das einstige Bauernhaus, Ärztehaus und Kinderheim seine Türen für Besucher. Und viele sind angetan vom hellen, freundlichen Hospiz mit dem großen Garten.

Und viele sind angetan vom hellen, freundlichen Hospiz mit dem großen Garten. Ein kleines Pflegeheim mit einem hohen Personalschlüssel. Ziel: unheilbar kranken Gästen die letzte Reise so angenehm wie möglich gestalten.

Alles schön dekoriert

„Freundlich“, „nicht so steril“, „alles so schön dekoriert“ kommentieren die Besucher, die in Gruppen durch die kleine Einrichtung geführt werden. Auch sehen sie die Kerze, die an einen jüngst verstorbenen Gast erinnern soll.

Acht Zimmer gibt es , alle ebenerdig, alle mit Terrasse und Musikanlage. Zimmer, in denen auch ein Angehöriger, wenn gewünscht, ein Beistellbett bekommt. Im „Raum der Stille“, ein kleines Wohnzimmer, werden letzte Gespräche geführt oder es wird einfach nur Zeitung gelesen.

In einem Besprechungsraum wird auch mal goldene Hochzeit gefeiert. Eine Besucherin sagt: „Meiner Freundin hätte ich es so gegönnt, hier noch aufgenommen zu werden.“ Doch dann sei sie schneller verstorben als gedacht. Demnächst will die Frau hier ehrenamtlich wirken. „Die Menschen kommen zum Leben zu uns“, sagt Sozialarbeiterin Maren Mikosch, „um so schöne Tage wie möglich zu haben.“

20 Pflegefachkräfte

20 Pflegefachkräfte, dazu noch circa die gleiche Zahl an Ehrenamtlichen, kümmern sich um die höchstens acht Gäste. Manchmal haben die noch ihren Partner dabei – für einen oder mehrere Tage, manchmal auch für die gesamte „letzte Reise“. Im Haus gibt es auch ein Angehörigenzimmer zum Schlafen. Sie hätten nie viele Berührungen zu solchen Einrichtungen gehabt, sagt Reinhard Jersch aus Ganderkesee: „Jetzt bin ich angenehm überrascht. Es ist so hell und freundlich, nichts erinnert an ein Krankenhaus.“ Seine Ehefrau Patricia sagt: „Ich hatte befürchtet, alles hier muss ständig still sein, aber die ganze Atmosphäre ist so angenehm und natürlich.“ Still muss es tatsächlich nicht sein im Hospiz, sagt auch Mikosch. Kürzlich, berichtet sie, hätten sie eine Frau zu Gast gehabt, deren gesamter Chor im Haus zusammenkam und sang. Die Menschen kommen eben zum Leben ins Hospiz.