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„Leben in vollen Zügen“ Kabarettistin Anka Zink überzeugt Publikum in Ganderkesee

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 07.10.2016, 20:37 Uhr

Mit „Leben in vollen Zügen“ ist das Programm überschrieben, das die Kabarettistin Anka Zink in Ganderkesee vorstellte. Dem Publikum hat es offensichtlich sehr gut gefallen.

Anka Zink weiß, wovon sie redet, wenn sie über das „Leben in vollen Zügen“ spricht. Das ist offenkundig. Zum Abschluss ihres Auftritts in der Aula der Oberschule Ganderkesee empfiehlt die Kabarettistin den rund 70 Zuschauern, eben dieses Leben zu genießen – eine Aufforderung, die der Gast aus anderem, minder berufenem Munde unweigerlich als Phrase auffassen müsste. Nach rund zwei Stunden mit Anka Zink aber wittert der Zuschauer hinter jeder noch so harmlosen Äußerung unweigerlich den viel zitierten Haken oder doch zumindest Doppeldeutigkeiten. So gesehen hat die Künstlerin ihr Publikum binnen Kürze gut erzogen!

Witze auf Kosten der Bahn kommen immer an

Die nächstliegenden Kalauer zum Programmtitel „Leben in vollen Zügen“ stellt die Kabarettistin in Ganderkesee an den Anfang ihres Programms: eine kleine Serie aus Gags um und über verspätete Fernverkehrs-Züge, das Beschwerdemanagement der Deutschen Bahn und das zweifelhafte Flair der hiesigen Bahnhöfe. Mindestens, wer öfter ins Kabarett geht, kennt diese Themen zwar zur Genüge, weiß aber auch: Witze auf Kosten der Bahn kommen immer gut an. Und genauso ist es auch heute. Zink scheint dem Publikum aus der Seele zu sprechen, hat die Zuschauer schnell auf ihrer Seite.

„Sex on the Beach“ schlägt echten Strand

Es folgen kleine, betont gelassen vorgetragene Geschichten zu einer Reise nach „All inclusive“, einem Ziel, das offenbar gleichermaßen auf den Balearen wie den Kanaren liegt, vielleicht aber auch in Südafrika oder in der Karibik. So oder so scheint der „All inclusive“-Besucher mehr „Sex on the Beach“ zu trinken, als dass er sich an echten Stränden tummelt. Immerhin aber handele es sich bei „All inclusive“ um ein reales Urlaubsziel, nicht also um einen virtuellen Raum, betont Zink – und verweist somit geschickt auf ihr zweites aktuelles Programm: In „Sexy ist was anderes“ widmet sie sich der Frage, „wie man in Würde mit der digitalen Technik überlebt“. Das Publikum in Ganderkesee dürfte die Antwort nun allerdings kennen: „in vollen Zügen“, ganz gleich ob mit oder ohne Handy, ob in „All inclusive“, daheim oder an einem virtuellen Ort.