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Lebensbilder: Ernst v. Witzleben Gutsherr zu Hude wegen Gastlichkeit berühmt

Von Greta v. Witzleben | 22.10.2016, 13:30 Uhr

Als Friedrich Christoph Ernst v. Witzleben, Erbherr zu Hude und auf Elmeloh, im August 1931 auf dem Familienfriedhof gegenüber der Klosterruine zu Grabe getragen wurde, gehörte zur Trauergesellschaft unter anderem der Erbgroßherzog Nikolaus von Oldenburg. Die Mitglieder aller Huder Vereine bildeten Spalierreihen.

Es gebe niemanden, „der unsern Herrn Baron nicht mit bitterer Wehmut im Herzen hat scheiden sehen. Es ist eine edle Persönlichkeit unseres Ortes dahingegangen“, schrieb die Huder Zeitung.

Friedrich Ernst v. Witzleben wurde am 22. September 1848 als Sohn des Kammerherrn Adam Friedrich Ernst v. Witzleben zu Hude geboren. Er wurde als ältester Sohn der Familie der gesetzliche Erbe des Majorats, also aller sich im Besitze seines Vaters befindlichen Güter und Liegenschaften. Seine Jugend verbrachte er auf verschiedenen Schulen, außerdem erhielt er eine praktische Ausbildung, die ihn für die spätere Bewirtschaftung der väterlichen Güter Hude und Elmeloh befähigte.

1873 Adelheid Freiin v. Rössing geehelicht

Friedrich Ernst diente dem Großherzog von Oldenburg zunächst als Hofjunker und später als Hofjägermeister. Er war, wie bereits sein Vater, sehr beliebt und wegen seiner Gastlichkeit berühmt.

Am 15. Mai 1873 heiratete er Adelheid Freiin v. Rössing. Sie wurde am 6. März 1844 in Rössing auf dem Rössinger Schloss geboren und stammt aus dem gleichnamigen uradeligen Geschlecht.

Friedrich Ernst bewirtschaftete das Gut Elmeloh, und als sein Vater 1875 verstarb, bezog er den alten Stammsitz seines Geschlechts in Hude. Er verwaltete mit viel Herzblut den großen Besitz von rund 2000 preußischen Morgen und war insgesamt 56 Jahre in Hude ansässig. Diese Verbundenheit mit Hude machte sich auch bei den Hudern bemerkbar, die ihn für seine große Menschenfreundlichkeit schätzten.

Bei den Bediensteten auf dem Gutshof beliebt

Bei den Winterspaziergängen in seinem Park genoss er es, den Schulkindern beim Schlittschuhfahren auf den Teichen zuzuschauen. Auch hatte er für jeden ein freundliches Wort über. Zudem war er bei seinen Angestellten und Bediensteten auf dem Gutshof beliebt und galt bei ihnen als gütiger und freundlicher Herr.

Die Ehe mit Adelheid blieb kinderlos, und die beiden trennten sich nach einigen Jahren. Um einen Erben für Hude zu erhalten, adoptierte der Gutsherr den Sohn seines Bruders Heinrich Friedrich August und dessen Frau Anna. Sein Neffe, Prof. Dr. Heinz-Detlef v. Witzleben wurde mit diesem Erbe auch Herr auf Hude und Elmeloh. Er war zudem der Letzte der Liebensteiner Linie auf Gut Hude.

Humor selbst noch auf dem Krankenlager bewahrt

Friedrich Ernst v. Witzleben verstarb am 5. August 1931. Doch selbst noch auf dem Krankenlager verließ ihn nicht sein goldiger Humor. Auch besagt die Geschichte, dass er während eines Spaziergangs im Reiherholz über eine Steinspitze stolperte und sagte, dass dieser Stein sein Grabstein werden sollte. Dieser Stein war ein menschengroßer Findling und wurde mit Hilfe vieler Huder Männer und eines Ochsenkarrens zum Familienfriedhof transportiert. Noch heute erkennt man die Spitze, an der er stolperte.