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Leichte Sprache und Bilder Neue Fahrpläne erleichtern Orientierung in Wildeshausen

Von Antje Cznottka, Antje Cznottka | 02.03.2016, 16:11 Uhr

Seit Mittwoch hängen zusätzliche Fahrpläne mit leichter Sprache und Bildern an einigen Haltestellen des BürgerBusses in Sie sollen Menschen mit Beeinträchtigungen die Orientierung erleichtern.

Fotos der Haltestellen, große Uhr-Symbole und nur drei Zielorte, die pro Haltestelle aufgeführt werden – das ist das Konzept der zusätzlichen Fahrpläne, die seit Mittwoch in gelben Kästen an elf Haltestellen des BürgerBusses in Wildeshausen hängen. Die Idee zu den leichter verständlichen Fahrplänen hatte Eray Sahin. Er wohnt in der Diakonie Himmelsthür Wildeshausen und nutzt den BürgerBus regelmäßig. „Ich finde Bilder der Uhren am hilfreichsten.“

Leichtere Orientierung für Nutzer des BürgerBusses in Wildeshausen

Das „Büro für Leichte Sprache“ der Diakonie Himmelsthür Hildesheim hat die Fahrpläne erstellt. „Der Informationsgehalt ist abgespeckt“, erklärt Barbara Wündisch-Konz von der Diakonie. „Menschen mit Beeinträchtigungen, ältere Menschen oder Kunden, die in der deutschen Sprache nicht sicher sind, sollen sich so leichter orientieren können.“

Kunden der Diakonie Himmelsthür und Tafel nutzen BürgerBus häufig

Die Haltestellen der blauen Linie (281), von Himmelsthür/Tafel über Heilstättenstraße, Ratsherr-Hoopmann-Straße, Kreishaus, Huntetor und Huntestraße bis zum Markt und Bahnhof, sowie der roten Linie (283), vom Bahnhof über Neue Straße, Krankenhaus, Westring/proWerkstätten und Westring/Famila bis zur Glaner Straße, wurden mit einem Plan in leichter Sprache ausgestattet.

Diese Routen würden laut Renate Hocke, Vorsitzende des BürgerBusses, häufig von Kunden und Kundinnen der Diakonie Himmelsthür und der Tafel genutzt. „30 Prozent der Fahrgäste kommen aus dem Umfeld der Himmelsthür“, sagt Hocke. Daher wurde auch der Name einer Haltestelle, die die Diakonie-Kunden oft ansteuern, geändert. „Die Haltstelle Ikarusstraße heißt auf den Plänen proWerkstätten“, betont Wündisch-Konz.

„Experiment im kleinen Gebiet“ in Wildeshausen

„Das ist ein Experiment im kleinen Gebiet“, beschreibt Hocke. Die Mitglieder der Diakonie und des BürgerBusses wollen nach einer Weile auswerten, wie die leichter lesbaren Fahrpläne ankommen. Es gebe schon Reaktionen des Fahrgastverkehrs aus Niedersachsen. Im VBN-Gebiet gebe es mit Fahrplänen in leichter Sprache noch keine praktische Erfahrung, so Stefan Bendrien vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN). „Deshalb sind wir gespannt, wie diese Zusatzinformationen bei den Nutzerinnen und Nutzern ankommen.“