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Leinenzwang ab 1. April Hund gehört jetzt fest an die Leine

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 30.03.2016, 17:26 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Hunde müssen in der Brut- und Setzzeit außerhalb der Orte an der Leine geführt werden. Die Vorschrift gilt vom 1. April bis zum 15. Juli.

Auch wenn es manchem Hundehalter nicht gefällt: Für Freitag, 1. April, hat der Gesetzgeber den Beginn der Brut- und Setzzeit terminiert, und das heißt Leinenzwang für Hunde in Feld und Wald. „Hierzu zählen auch die Wege und Straßen, die an Grünflächen, Weiden und Wäldern entlang- beziehungsweise hindurchführen“, erläutert Fokko Heyn vom Ordnungsamt der Gemeinde Hude. Die Anleinpflicht gilt bis zum 15. Juli. „Sollten Verstöße festgestellt werden, müssen die Hundehalter mit entsprechenden Bußgeldern rechnen“, ergänzt Heyn. Die Gemeindeverwaltung werde stichprobenweise kontrollieren.

Hunde vertreiben Elterntiere

Die strikte Anleinpflicht solle wildlebende Tiere in der Brut- und Setzzeit vor Gefährdungen und Störungen schützen. Sie diene der Arterhaltung, informiert die Stadt Wildeshausen. „Auch Hunde, die nicht wildern, stellen freilaufend in dieser Zeit für die Aufzucht der Jungtiere eine Störung dar. Allein die Witterung kann ausreichen, um die Elterntiere zu vertreiben“, heißt es weiter. Der Ganderkeseer Hegeringleiter Jan-Bernd Meyerholz übersetzt das in Klartext: „Wenn’s im Blühstreifen nach Hund stinkt, sind die Elterntiere weg.“ Fatal zum Beispiel für Junghasen, die täglich mindestens zweimal gesäugt werden oder verenden.

Kompromiss für begrenzte Zeit

Die im Niedersächsischen Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung geregelte Anleinpflicht für begrenzte Zeit ist ein Kompromiss zwischen dem Artenschutz und dem Bedürfnis der Hundehalter, ihrem Tier Bewegungsfreiheit zu gewähren. Nur in besonders schützenswert eingestuften Gebieten – in Ganderkesee der Hasbruch und die Wiesenlandschaft am Sielingsee – dürfen Hunde gar nicht von der Leine gelassen werden.

Hegering fordert Ausweitung

Hegeringleiter Meyerholz zufolge kommt der Artenschutz auf der Grundlage der Kompromisslösung zu kurz. Für Jäger beginne die Schonzeit für Hasen Mitte Januar. „Bei den letzten Jagden vor dem Hasen-Silvester wird schon mal eine trächtige Häsin erwischt“, weiß er. Bei sechs Wochen Tragezeit gibt es die ersten Würfe also schon im Februar. Der Hegering habe vor einigen Jahren versucht, in der Gemeinde mehr Gebiete mit ganzjährigem Leinenzwang auszuweisen. „Damit sind wir im Gemeinderat gescheitert“, erinnert er sich.

Schärfere Regeln in Hude

In der Nachbargemeinde Hude ist das anders gelaufen: Die ganzjährige Anleinpflicht gilt nicht nur in den vom Landkreis ausgewiesenen Naturschutzgebieten Hasbruch, Nordenholzer Moor und Wittemoor, sondern durch Gemeinde-Verordnung auch in den Landschaftsschutzgebieten Hemmelsberger Fuhrenkamp, Sandersfelder Fuhren, Feldmoor Hurreler Sand Klaushau und Reiherholz.

Nutzen für hunderte Arten

Der Hegeringleiter nimmt der Kritik die Spitze, Jäger wollten nur schützen, was sie jagen und verzehren können. „Wenn wir diese fünf, sechs Arten schützen, nützt das auch hunderten anderen Arten vom Vogel bis zum Laufkäfer“, sagt er. Die Jägerschaft investiere mehr in den Artenschutz als alle anderen Naturschutzverbände.