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Lernen im RUZ Hollen Land fördert Gemeinschaftsprojekt über Ernährung

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 16.12.2016, 17:01 Uhr

Schüler lernen im Umweltzentrum Hollen die Wege der Nahrungsmittel kennen. Erzeuger, Weiterverarbeiter und Händler beteiligen sich an der Bildungsarbeit.

„Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ lautet eine Anforderung des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Christian Meyer (Grüne). Er hat Fördergelder der Europäischen Union für Projekte in Aussicht gestellt, die dazu beitragen, dass allzu gängige Vorurteile über die Landwirtschaft und der Ernährungswirtschaft abgebaut werden. Das Regionale Umweltzentrum (RUZ) Hollen hat sich mit Erfolg beworben und erhält für das nächste Jahr 35.000 Euro. „Das ermöglicht uns, die Arbeit mit qualifiziertem Personal, mit festen Mitarbeitern und Honorarkräften fortzusetzen“, berichtet RUZ-Geschäftsführerin Marina Becker-Kückens.

Angebote für alle Schulformen

Rund 120 Schulklassen erfahren laut Becker-Kückens im RUZ Grundlegendes über die Ernährung. Die Lerngruppen kommen aus allen Schulformen von der Grundschule bis zur berufsbildenden Schule. „Idealtypisch erkunden die Schüler zuerst einen landwirtschaftlichen oder einen weiterverarbeitenden Betrieb und kommen dann zu uns ins Haus“, erläutert Becker-Kückens.

Alle Stationen der Nahrungsmittel

Das stabile Netz aus Kontakten zu 15 Bauernhöfen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Ausrichtungen von bio bis konventionell, zu weiterverarbeitenden Betrieben von der Metzgerei über die Hofkäserei bis zum Imkerverein, zum Marktbeschicker, Supermarkt und zur Warengenossenschaft nützt der Bildungsarbeit. Auch die Aktion „Kochen auf dem Bauernhof“ bei Landfrauen vermittelt Kenntnisse, die ins Programm passen. „Wir haben unsere Angebote, aber wir können sie auch auf die besonderen Wünsche einer Lerngruppe zuschneiden“, stellt Marje Stubbemann klar, die im RUZ ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert.

Landwirtschaft zeigt sich, wie sie ist

„Die Landwirtschaft hat lange den Fehler gemacht, sich gegenüber der Öffentlichkeit abzuschotten“, ist Cord Schütte überzeugt. Der RUZ-Nachbar mit einem Milchviehbetrieb nimmt es wie mittlerweile etliche Kollegen aus der Region gerne auf sich, Schülern seine Stalltüren zu öffnen. Sein Verband, das Kreislandvolk, ist Teil der Transparenzoffensive. „Den Hof mit Hahn auf dem Mist und Pferd vorm Pflug gibt es nicht. Wir zeigen die moderne Landwirtschaft, wie sie ist“, stellt Schütte klar.

Kinder willkommene Gäste

Die Lehrkräfte im Projekt wissen, dass Schüler vom Lernen außerhalb der Schule begeistert sind. Und die Landwirte haben Kinder gerne auf dem Hof: „Sie sind neugierig und begeisterungsfähig“, bericht Schüttes Delmenhorster Kollege Henning Kruse. Mancher Erwachsene begegne ihm dagegen mit unbeirrbar verknöchertem Weltbild.