Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Linie 220 komplett bei Weser-Ems-Bus Vorerst keine direkte Tour zum Wohnheim in Bookholzberg

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 22.07.2016, 21:03 Uhr

Weser-Ems-Bus übernimmt die Bürgerbus-Linie 220 zum 4. August komplett. Zum Einsatz soll ein großer Bus mit maximal 95 Plätzen kommen. Das Problem: Wegen der Größe kann er nicht direkt zum DRK-Seniorenwohnpark in Bookholzberg fahren.

Noch sind in der Gemeinde Ganderkesee die Bürgerbus-Tandems auf der Linie 220 unterwegs. Doch die Zeit läuft langsam ab: Mit dem Fahrplanwechsel zum 4. August verabschiedet sich der Bürgerbus-Verein von der Linie, um sie komplett Weser-Ems-Bus (WEB) zu überlassen. „Es sind nur marginale Abweichungen vom derzeitigen Fahrplan vorgesehen“, kündigt Thomas Schlüter, WEB-Niederlassungsleiter für die Region Nord, an: „Und auch keine Tariferhöhungen.“ Allerdings gibt es Veränderungen im Bereich des DRK-Seniorenwohnheims an der Ellerbäke in Bookholzberg, über die im Detail noch gesprochen werden sollen. Außerdem fährt der Bus künftig nicht mehr die Ortschaften Steinkimmen, Bergedorf, Bürstel und Immer an.

Konzept für neue Bürgerbus-Linie in Arbeit

Unterdessen arbeitet der Bürgerbus-Verein eifrig an einem Konzept für eine neue Bürgerbus-Linie. Es gebe eine Reihe Ideen, die Vorschläge würden allerdings erst nach Absprache mit der Gemeinde bekannt gegeben, so Vorstandsmitglied Hanna Otter-Sandstedt.

Einsatz von Standard-Linienbus geplant

WEB will künftig auf dem Großteil der bisherigen Bürgerbus-Linie 220 mit einem Standard-Linienbus mit Niederflurtechnik unterwegs sein, informiert Schlüter. Geplant sind weiterhin sechs Fahrten, jeweils hin und zurück. Der Bus ist etwa zwölf Meter lang und verfügt über 45 Sitz- und 50 Stehplätze – „und ist somit für maximal 95 Personen zugelassen“, so der Niederlassungsleiter. Sollten Fahrräder oder Rollatoren mitgenommen werden, verringere sich die Anzahl der Fahrgastplätze.

Keine Wendemöglichkeit

Dieser Bus kann beispielsweise problemlos bis zur Falkenburger Ortsmitte, zum Ganderkeseer Freibad, zum Rethorner Pappelweg und zum Bookholzberger Bahnhof fahren, nicht aber direkt vor die Seniorenwohnanlage in Bookholzberg. Weil das große Fahrzeug dort nicht wenden könne, sei ein Abzweigen von der Huder Straße auf die Straße An der Ellerbäke nicht mehr möglich, erläutert Schlüter. Das bedeutet: Die zum Teil gehbehinderten Senioren, die den Bürgerbus bislang gerne nutzen, um auch einfach nur mal zu den Verbrauchermärkten oder den Geldinstituten im Ortszentrum zu gelangen, müssen einige hundert Meter zur nächsten Bushaltestelle laufen. Wo die Haltepunkte genau sein sollen, konnte Schlüter noch nicht sagen. Über Einzelheiten werde noch gesprochen.

Abgespeckte Variante für Bergedorf und Umgebung?

Fest steht auch, dass der neue Bus wegen geringen Fahrgastaufkommens den Südwesten der Gemeinde meiden wird. Bei der Dorfbevölkerung in Steinkimmen, Bergedorf, Bürstel und Immer gab es zwar keinen Sturm der Entrüstung. Inzwischen möchte aber zumindest Friedrich Johannes, Vorsitzender des Bergedorfer Dorfausschusses, nicht völlig auf einen Bus verzichten. Er könne sich vorstellen, dass eine abgespeckte Variante gegenüber der bisherigen Tour ausgearbeitet werden könne – „vielleicht vier Fahrten an zwei ausgesuchten Tagen“. Er wolle sich in den nächsten Wochen noch einmal unter anderem mit Gerold Cordes, Vorsitzender des Ortsvereins Steinkimmen, und Ute Holschen, Vorsitzende des Orts- und Heimatvereins Bürstel-Immer, zusammensetzen, um nach Möglichkeiten zu suchen. Dazu Cordes: „Der Großteil der Steinkimmer ist derzeit nicht auf einen Bus angewiesen. Aber ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Vielleicht wäre ein Bürgerbus eines Tages doch wünschenswert?“ Ute Holschen erinnert daran, dass das Bürgerbus-Projekt von den Dorfbewohnern anfangs zwar sehr gut aufgenommen, später aber kaum angenommen worden sei. Sie sei skeptisch, ob die Gespräche etwas bringen werden. Sie wolle sich aber gerne überraschen lassen.

 Lesen Sie auch hier.