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Liveübertragung von „Giselle“ aus Wien Geister tanzen im Ganderkeseer Kulturhaus Müller

Von Thomas Deeken | 15.10.2018, 13:46 Uhr

Für Freunde des romantischen Balletts wird am kommenden Samstag, 20. Oktober, eine ganz besondere Veranstaltung im Kulturhaus Müller in Ganderkesee angeboten. Dort wird von 20 bis etwa 22.30 Uhr „Giselle“ gezeigt. Zu sehen ist eine Aufführung der Staatsoper Wien, die live ins Kulturhaus übertragen wird.

Eingeläutet wurde die regioVHS-Reihe der Liveübertragungen am 23. September mit Guiseppe Verdis Oper „La Traviata“. Damals musste die Übertragung – ebenfalls aus der Staatsoper Wien – allerdings nach der ersten Hälfte wegen Hackerangriffen abgebrochen werden, wie Kunsthistorikerin Dr. Wiebke Steinmetz nach einem Anruf in Wien erfuhr. Jetzt soll es einen erneuten Anlauf mit verbesserter und noch sicherer Technik geben, hieß es seitens der Staatsoper.

Als Vorlage diente Sage der Wilis

„Giselle“ ist ein Ballett in zwei Akten nach einem Libretto von Théophile Gautier und mit der Musik von Adolphe Adam, das 1841 an der Pariser Oper uraufgeführt wurde. Als Vorlage diente die Sage der Wilis aus „De l’Allemagne“ von Heinrich Heine. Die Wilis sind junge Frauen, die vor ihrer Hochzeit gestorben sind. Das Gruselige dabei: Die Frauen verspüren, obwohl sie nicht mehr unter den Lebenden weilen, nach wie vor eine große Tanzlust und verlassen nachts als Geister ihre Gräber, um an Wegkreuzungen zu tanzen. Kommt dort ein lebendiger Mensch vorbei, tanzen die Geister so lange und so wild mit ihm, bis er tot umfällt.

Ursprüngliche Choreografie

Die erste „Giselle“ damals war Carlotta Grisi. Ihr Lebenspartner Jules Perrot entwarf für sie die komplette Choreografie. Jean Coralli zeichnete sich für die restlichen Gruppen- und Solotänze verantwortlich. Nach Ganderkesee wird die 1993 von Elena Tschernischova für Wien geschaffene Fassung übertragen, die auf der Choreografie von Coralli, Perrot und Marius Petipa beruht.

Ein Hauptwerk der Ballettromantik

Giselle gilt als ein Hauptwerk der Ballettromantik. „Dieses Werk ist aufgrund der ideal gelungenen Umsetzung eines ganz von Tanz durchdrungenen Stoffs ein bis heute gültiges Modell für die Darstellung des Aufeinanderprallens der Welten des Realen und Irrealen geblieben“, heißt es in einer Ankündigung.

Mit Getränken und Knabbereien

Wer sich das Ballett ansehen möchte, zahlt zehn Euro im Vorverkauf oder zwölf Euro an der Abendkasse. Im Preis sind alkoholfreie Getränke und Knabbereien inbegriffen. Eine Anmeldung ist bis Donnerstag, 18. Oktober, 12 Uhr, unter Telefon (04222) 806550 oder (04222) 44444 möglich.