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Lkw-Nachtfahrverbot aufgehoben Schlaflos am Hohenborn in Ganderkesee

Von Katja Butschbach | 18.11.2015, 19:07 Uhr

Am Hohenborn in Hoykenkamp sind die Schilder für ein Nachtfahrverbot für Laster entfernt worden. Anwohner klagen über Lärmbelästigung und Schlaflosigkeit.

Christian Weber schläft schlecht, wird regelmäßig von Geräuschen lauter Lastwagen wach. Der Hoykenkamper lebt am Hohenborn und musste vor Kurzem eine deutliche Verschlechterung seiner Situation feststellen: Das Nachtfahrverbot für Laster am Hohenborn ist aufgehoben, ein entsprechendes Schild an der Einmündung zum Hohenborn von der Elmeloher Straße aus ist entfernt worden.

Schlafstörungen dem Arzt mitgeteilt

Er habe seine Schlafstörungen, die aus dem lauten Lasterverkehr entstanden seien, seinem Arzt berichtet. Ein neu eingesetztes vierfach verglastes Fenster habe auch nicht die gewünschte Erleichterung gebracht. Auch andere Anwohner fühlten sich vom Lärm belästigt, berichtet Weber, es seien mindestens fünf, von denen er wisse. „Die Gemeinde muss mich schützen, um nicht gesundheitlich angegriffen zu werden“, sagt Weber. Er verstehe auch nicht, dass es nicht nachts ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern gebe.

Bislang nur mit Ausnahmegenehmigung nachts auf dem Hohenborn

Gemeindesprecher Hauke Gruhn erklärte auf Nachfrage, dass das „nun aufgehobene Nachtfahrverbot für Lkw“ noch aus der Zeit vor dem Ausbau der Straße „Auf dem Hohenborn“ stammte. „Ein Ziel des Ausbaus der Straße war es, den Zulieferverkehr für die ansässigen Betriebe auch im Zusammenwirken mit dem Bau der Querspange zu verbessern.“ Bislang konnten Laster nur mit einer Ausnahmegenehmigung nachts den Hohenborn befahren. „Verkehrszählungen haben ergeben, dass nur sehr wenige Lkw die Straße zwischen 20 und 6 Uhr befahren haben“, berichtete Gruhn. Es seien pro Messung zwischen null und vier Laster gewesen. „Die Gründe für ein nächtliches Fahrverbot für Lkw liegen nicht mehr vor.“

„Wo wohnst du denn hier? An der Autobahn?“

Diese Anzahl ist für Weber allerdings zu viel, denn auch ein Laster reiche, um wach zu werden: „Die Lebensqualität leidet“, sagt Weber, der seit fünf Jahren am Hohenborn lebt. Der gesundheitliche Aspekt werde vernachlässigt. Der nächtliche Lasterverkehr habe sich gesteigert, so Weber. Er beklagt auch Raserei am Hohenborn. Freunde, die zu Besuch waren, hätten jedenfalls gefragt: „Wo wohnst du denn hier? An der Autobahn?“

Gemeinde: „Weiterhin Kontrollen“

Seine Forderung: Ein Nachtfahrverbot oder nachts Tempo 30, sowie Schilder und Kontrollen für beides. „Die Idylle ist weg, seit der Straßenausbau stattgefunden hat.“

Zum weiteren Vorgehen erläutert Gruhn: „Es wird weiterhin Kontrollen mit einem Statistikgerät geben. Sollte es sich herausstellen, dass es zu einem sehr starken Anstieg des Lkw-Verkehrs in der Nacht kommen sollte, so könnte die Situation unter Umständen neu bewertet werden. Es müssten dafür zwingende Gründe vorliegen – damit rechnet die Verwaltung derzeit aber nicht.“ Ein nächtliches Tempolimit sei nicht angedacht.