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Lob für Ascora Ganderkeseer Unternehmen kümmert sich um Mitarbeiter

Von Katja Butschbach | 18.08.2015, 21:19 Uhr

Das Unternehmen Ascora bietet seinen Mitarbeitern viele Extras. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist Mitarbeiterorientierung laut Lutz Stratmann, Minister a.D., notwendig.

Ganderkesee/Landkreis. „Wie würde ich selbst gerne arbeiten?“ Mit der Antwort auf diese Fragestellung hat Dr. Sven Abels sein Unternehmen Ascora aufgebaut, das in Ganderkesee an der Birkenallee ansässig ist und Software entwickelt.

„PRO.MI – Mitarbeiter finden, Mitarbeiter binden“ – unter diesem Schlagwort stellt die Wirtschaftsförderung des Landkreises laut Hans-Werner Aschoff Firmen vor, die Besonderes für ihre Mitarbeiter tun. Ascora ist Aschoff dabei auch durch eine einladende Job-Seite im Internet aufgefallen.

32 Menschen bei Ascora tätig

2007 wurde Ascora gegründet, 2011 zog das damals achtköpfige Team aus Oldenburg nach Ganderkesee. Heute sind 32 Menschen bei Ascora tätig. Dieses Wachstum, betont Abels, gehe auf seine Mitarbeiter zurück. Für die Charité in Berlin kümmere man sich um Software für Patientenmanagement. Das Unternehmen entwickelt Apps wie persönliche Finanzplaner und ist an EU-weiten Forschungsprojekten beteiligt – Letzteres auch, „um attraktiv zu bleiben“, meint Abels.

Gutes Arbeitsklima wichtig

Ein gutes Arbeitsklima und Gleichbehandlung seien wichtig. „Jeder macht Fehler“, meint er zudem. So seien bereits fehlerhafte Newsletter herausgegangen – im Verteiler sind 2,4 Millionen Abonnenten.

Die Mitarbeiter können Ideen einbringen, die Technologie für die Entwicklung ihrer Software auswählen und sich als Willkommenspaket Computer, Tastatur und Maus aussuchen. Es gibt Innovationstage, an denen Mitarbeiter mit einem Thema experimentieren können und das Ergebnis dann dem Team vorstellen – wenn das entwickelte Produkt eine Chance am Markt hat, können sie weiterforschen. Es gibt eine Obstflatrate, Firmenfitness, betriebliche Altersvorsorge, eine kostenfreie Bahncard und etliches mehr.

Bundesweites Förderprogramm

Ein Unternehmen für Mitarbeiter attraktiv zu machen – dafür wirbt auch Lutz Stratmann, Minister a.D., von der Demografie Agentur Niedersachsen. Er stellte bei einem Besuch bei Ascora das bundesweite Förderprogramm „unternehmensWert Mensch“ vor. Unternehmen sollen nach einer kostenlosen Erstberatung in den Bereichen Personalführung, Chancengleichheit und Diversity, Gesundheit sowie Wissen und Kompetenz positive Veränderungen einleiten.

50.000 ungelöste Unternehmensnachfolgen in Deutschland

„In Deutschland gibt es 50000 ungelöste Unternehmensnachfolgen“, sagt Stratmann. Bei einem Verkauf würde auch die Mitarbeiterstruktur unter die Lupe genommen. Unternehmen müssten begreifen, dass „Wertschätzung der Mitarbeiter unmittelbar mit der Wertschöpfung zu tun hat“, so Stratmann. „Wir brauchen eine andere Kultur.“ Auch müssten angesichts des demografischen Wandels Potenziale genutzt werden: Mehr Frauen und ältere Mitarbeiter könnten erwerbstätig sein. Um Mitarbeiter auch über den Rentenanspruch hinaus zur Mitarbeit zu bewegen, seien etwa altersgerechte Arbeitsplätze erforderlich. „Jüngere sind schneller, aber Ältere kennen die Abkürzung.“