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Logistikbataillon 161 Bund mit einstiger Wildeshauser Truppe besiegelt

Von Alexandra Wolff | 09.06.2018, 22:12 Uhr

Die seit Jahren bestehenden Verbindungen von Soldaten in die Kreisstadt münden jetzt in eine offizielle Partnerschaft. Bürgermeister Kuraschinski lobt die gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr.

Die Stadt Wildeshausen und die Bundeswehr rücken näher zusammen. Hauptmann Jörg Lackner und Bürgermeister Jens Kuraschinski haben gestern in der Delmenhorster Feldwebel-Lilienthal-Kaserne eine Patenschaftsurkunde unterzeichnet. Die 3. Kompanie des Logistikbataillons 161 ist seit zwölf Jahren in Delmenhorst stationiert. Trotzdem engagieren sich die Soldaten nach wie vor in Wildeshausen, der Stadt ihres ehemaligen Standortes.

Kompaniechef Hauptmann Jörg Lackner erinnerte in seiner Rede an das Engagement der Soldaten für den VfL Wittekind, die Freiwillige Feuerwehr und insgesamt fünf Seniorenheime.

Soldaten bringen sich in das gesellschaftliche Leben ein

„Diese Aufzählung sich engagierender Soldaten und Soldatinnen ist nicht abschließend, diese soll symbolisieren, wie sich Kameraden und Kameradinnen der Kompanie und des Standortes in das gesellschaftliche Leben der Stadt Wildeshausen einbringen“, führte Lackner aus. „Und eben aus diesen privaten Bindungen heraus, entwickelte sich der Antrieb seitens der Kompanie eine Tradition aufzubauen, dienstliche Veranstaltungen, allen voran die jährliche Spendensammlung im Rahmen der Deutschen Kriegsgräberfürsorge bewusst in Wildeshausen durchzuführen und die Gedenkveranstaltungen der Stadt Wildeshausen zum jährlichen Volkstrauertag militärisch zu begleiten.“

Diese gute Zusammenarbeit mit der 3. Kompanie beim Volkstrauertag sei ausschlaggebend für die Patenschaft gewesen, betonte Bürgermeister Jens Kuraschinski.

Besondere Bedeutung des Volkstrauertags

Bei aller Freude vergaß er nicht in seinem Grußwort zu erwähnen, dass eben genau dieser Gedenktag für Kriegsopfer „in Wildeshausen seit 2011 wieder eine andere Bedeutung als anderenorts erhalten hat“. Im Mai 2011 starb der Wildeshauser Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein in Afghanistan, weil er in eine Sprengfalle geraten war. „Die Solidarität der Bürgerinnen und Bürger mit der Familie und der Bundeswehr war damals ungebrochen“, erinnerte Kuraschinski an die Trauerstunde auf dem Marktplatz in Wildeshausen. „Und ich will behaupten, diese Solidarität besteht bis heute uneingeschränkt fort.“

„Bürger in Uniform“

1961 wurde die Wittekindkaserne in Wildeshausen eingeweiht. Von da an, bis 2006, als die letzten Einheiten im Zuge einer Wehrreform im September nach Delmenhorst abgezogen wurden, hat die Garnisonsstadt Wildeshausen ein inniges Verhältnis zur Bundeswehr gepflegt. Mehr noch: Es bestand und besteht nach wie vor laut Kuraschinski „eine direkte Verbindung in den Landkreis Oldenburg und nach Wildeshausen.“ Und umgekehrt sei es genauso: Viele Wildeshauser fühlen sich, seiner Beobachtung nach, immer noch mit der Bundeswehr und den „Bürgern in Uniform“ verbunden.

Heute befindet sich an der Stelle der Wildeshauser Kaserne das Wohngebiet Spasche.