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Luftsportverein Hude Wiehengebirge links sehen und rechts die Nordsee

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 06.05.2017, 09:53 Uhr

Der Huder Hermann Precht hat sich dem Luftsport verschrieben. Ihn begeistert nach wie vor die Weitsicht nach dem Start auf dem Flugplatz in Ganderkesee.

Das andauernd sanfte Rauschen. Der reizvolle Blick aus der Vogelperspektive. Und manchmal schier endlose Fernsicht: „Aus 500 Metern über dem Flugplatz in Ganderkesee ist die Küstenlinie der Nordsee zu sehen und auf der anderen Seite das Wiehengebirge. Bei sehr klarer Luft kann ich schemenhaft auch die riesigen Hallen der Meyer-Werft in Papenburg erkennen“, schwärmt Hermann Precht über seine Leidenschaft, den Segelflugsport.

In Etappen zum Piloten

Der Huder war gerade einmal 14 Jahre alt, als er zum Luftsportverein Hude stieß. Über seinen Vater und dessen Freunde, unter ihnen der deutsche Kunstflugmeister Gerd Achgelis, kam er erst zum Modellfliegen bald zum Segel- und später zum Ultraleichtfliegen. „Kaum jemand weiß, dass man schon mit 14 fliegen darf, auch alleine, wenn man gut trainiert ist und alles passt“, sagt Precht. Er selbst hat die Segelflugausbildung mit 15 begonnen, sein Lehrmeister war der Segelflugweltmeister Ingo Renner. Als 20-Jähriger hat Precht den damaligen Luftfahrerschein Klasse 1 erworben.

Von Anfang an beeindruckt

Seitdem ist er begeisterter Pilot. Die eindrucksvollsten Flüge, das seien jene ganz am Anfang gewesen. Und ein Flug im Ultraleichtflieger über das Wiehengebirge, das Weserbergland und den Harz nach Laucha im südlichen Sachsen-Anhalt mit inzwischen 40 Jahren Erfahrung am Steuerknüppel. „Der Sprit wurde knapp, wir mussten runter.“ Die einzige Möglichkeit: ein ehemaliger Militärflugplatz der Roten Armee. „Das war schon außergewöhnlich. Eine riesige Landebahn mitten im Wald. Die Flugzeuge in oben bewachsenen Bunkern mit gewaltig dicken Toren.“

Als Ausbilder aktiv

Die kleine Gemeinschaft des Luftsportvereins Hude mit rund 20 Aktiven hat sich etwas bescheidener auf dem Ganderkeseer Flugplatz eingemietet. „Wir Segelflieger kennen uns. Wir arbeiten eng mit dem Luftsportverein Delmenhorst auf der Großen Höhe zusammen“, berichtet Precht. „Beide Seiten profitieren“, ergänzt er, „wir können auf der Großen Höhe den Windenzugstart trainieren und die Delmenhorster den Start am Schlepptau eines Ultraleichflugzeugs.“ Außerdem sei es gut, wenn Flugschüler mehrere Ausbilder kennenlernen. Er selbst ist seit vielen Jahren Ausbilder und kümmert sich besonders gern um Kinder und Jugendliche.