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Maisernte in Ganderkesee 2015 Landwirte in Ganderkesee steigern Ertrag bei der Maisernte

Von Antje Cznottka | 08.10.2015, 20:58 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Die Maisernte ist in Ganderkesee und umzu in vollem Gange. Sie wird laut Landwirt Rainer Bücking ungeachtet der ungünstigen Witterungsbedingungen im Mai und Juni gute Erträge bringen.

Die Maisbestände im ganzen Landkreis Oldenburg sehen derzeit laut Bücking vielversprechend aus. Er erwartet, rund 50 Tonnen Mais pro Hektar einzufahren. In den letzten Jahren seien es durchschnittlich 45 Tonnen je Hektar gewesen.

In anderen Regionen Deutschlands wie in Bayern oder in Ostdeutschland sei die Lage aber eine andere. „Wir hatten Glück, dass sich die Witterung so gut entwickelt hat“, sagt Bücking. Diese Glückssträhne hat schon in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Maisernte in Ganderkesee und dem Landkreis gute Erträge eingebracht hat. „Die letzte schlechte Maisernte ist schon acht oder zehn Jahre her“, erinnert sich Bücking.

Trockener kühler Mai 2015 macht es dem Mais in Ganderkesee schwer

Im Mai hatte es noch nicht nach guten Erträgen ausgesehen. „Das Wetter war relativ kühl und trocken. Da sind die Pflanzen nicht so gut gewachsen“, berichtet Bücking. Wenn es im Mai und Juni warm und feucht sei, habe das eher Auswirkungen auf die Wachstumsgeschwindigkeit, nicht so sehr auf den Ertrag, erklärt er. Sand und Staub, der von trockenen Böden aufgewirbelt werden kann, beeinträchtige allerdings die Jungpflanzen. „Aufgewirbelter Sand und Staub in der Luft schmirgelt die Blätter der Jungpflanzen kaputt“, berichtet Lohnunternehmer Horst Osterloh aus Steinkimmen.

Regen im im Juli und August 2015 rettet Maisernte in Ganderkesee und umzu

Im Juli und August haben in Ganderkesee und umzu aber Regen und Wärme wieder zugenommen und eine Wiederholung der mageren Weizenernte erspart. „Wir hatten im Juli und August leichtes Tropenwetter mit Tagen, an denen die Temperatur fast 40 Grad Celsius erreicht hatte, und sich dann Gewitter angeschlossen haben“, erzählt Bücking. „ Wintergerste und Roggen müssen verregnen, dann wird der Mais gut, sagt eine Bauernregel. 39 und 99 Liter Regen pro Quadratmeter sind im Juli und August gefallen“, fügt Osterloh hinzu. Ausreichend Niederschlag in diesem beiden Monaten sei für den Ertrag besonders wichtig. „Nur durch den Niederschlag im Boden, können die Pflanzen den auf dem Feld aufgebrachten Dünger aufnehmen“, beschreibt Osterloh.

Ganderkeseer Landwirt erntet 20 Hektar Mais pro Tag ab

Der „goldene Herbst“ Anfang Oktober habe den Maispflanzen aber gutgetan. „Sie haben jetzt aufgeholt und sind deutlich abgereift“, sagt Bücking. So ist die Maisernte nun nur etwa 14 Tage später gestartet als in den Vorjahren. Am Wochenende plant Bücking, den Rest seiner Maisfelder abzuernten. Um sieben Uhr geht es los. Bis zum späten Nachmittag bewältigen er und die Mitarbeiter des Lohnunternehmens von Klaus Osterloh rund 20 Hektar. Die Pflanzen werden von einem Maishäcksler abgetrennt, geschreddert und in einem Großladewagen zur Lagerstätte gebracht. Dort wird der Mais angewalzt und mit luftdichter Folie abgedeckt, unter der er selbstständig Milchsäure bildet. Diese sorgt wiederum für eine Konservierung.

Maisernte in Ganderkesee hat keine Auswirkungen auf Verbraucher

Aufgrund der guten Erträge in diesem Jahr könnte der Maisanbau in der Region im nächsten Jahr zurückgehen, prognostiziert Bücking. „Viele Landwirte haben jetzt noch Vorräte aus dem letzten Jahr übrig und erwarten, wieder recht große Erträge in diesem Jahr einzufahren“, erklärt Bücking. Er habe auch von Vertretern der Genossenschaft gehört, dass mehr Saatgetreide als in den letzten Jahren gekauft wurde. „Demnach würde es mehr Getreide als Mais auf den Feldern geben“, erklärt der Landwirt.

Für Verbraucher hat die gute Ernte kaum Konsequenzen. „Wir vermarkten den Mais nicht direkt an den Verbraucher, sondern nutzen ihn überwiegend als Viehfutter oder in Biogasanlagen für die Erzeugung von Wärme und Strom“, erklärt Bücking. Der Mais, der derzeit geerntet wird, sei auch kein Zuckermais, also nicht der Mais, der in Dosen im Supermarkt verkauft wird.

Landwirte in Ganderkesee hoffen auf goldenen Herbst

Noch bis Mitte November wird es dauern, bis alle Maisfelder abgeerntet sind.„Daher hoffen wir auch weiter auf einen goldenen Herbst“, sagt Bücking.

Hohe Niederschlagsmengen können die Landwirte zur Erntezeit allerdings nicht gebrauchen. „Wenn wir auf einen Schlag viel Regen bekommen, weicht die Erde auf. Wir brauchen aber für die großen Erntemaschinen befahrbare Wege und Felder“, gibt Osterloh zu bedenken. Der Nieselregen der letzten Tage bereite hingegen keine Probleme.