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Maisernte in Ganderkesee Nach dem Windwurf im Mais droht Schädlingsbefall

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 24.09.2017, 17:28 Uhr

In Ganderkesee und Umgebung läuft die Maisernte auf Hochtouren. Windwurf mindert den Ertrag, erschwert die Arbeit und treibt die Kosten hoch.

Bis in die Nachmittagsstunden des 13. Septembers hat Landwirts Cord Schütte wie seine hiesigen Kollegen mit einer sehr guten Maisernte gerechnet. Doch dann fegte Sturmtief Sebastian mit Blitz und Donner übers Land und hat nicht nur Bäume auf Autos geworfen, sondern auch breite Schneisen in die Maisfelder geschlagen. „Kleine Windwürfe gibt es alle paar Jahre. Aber sowas habe ich das erste Mal erlebt“, sagt der Landwirt aus Ganderkesee. Er rechnet mit 20 Prozent Ernteausfall und Zusatzkosten, die noch gar nicht abzuschätzen sind.

Ernte läuft langsamer

Auf dem Feld gegenüber Schüttes Hof in der Bauerschaft Hollen schneidet sich der Vollernter durch den umgeworfenen Mais. in seinem Bauch wird die Mahd zerkleinert. Die Häcksel fliegen auf den parallel fahrenden Anhänger. „Das geht bei liegenden Mais langsamer als bei stehendem“, berichtet Schütte. Weiteren Zeitverlust und folglich Mehrkosten gibt es, weil der Vollernter am Ende des Feldes nicht einfach wenden und die nächste Schnittbreite unters Messer nehmen kann, sondern die ganze Länge des Feldes zurückfahren muss, weil die abgeknickten Stängel nicht gegen die Fallrichtung geerntet werden können.

Häcksel werden aufgehäuft

Die Maishäcksel werden auf Haufen geschüttet, durch mehrfaches Überfahren mit einem Trecker entlüftet und durch Silieren zu nährstoffreichem und gut verdaulichem Futter für Schüttes Tiere. Überschüssiges verkauft er an Vertragspartner.

Aufwändige Nacharbeit

Mit dem Abernten ist die Mehrarbeit für Schütte und die anderen von Windwurf im Mais betroffenen Landwirte nicht vorbei. Viele Stängel haben so flach gelegen, dass die Messer sie nicht erfasst haben. „Wir müssen mit der Messerwalze oder dem Schlegelmulcher drübergehen und die Stängel zerkleinern“, berichtet Schütte: Wo ganze Stängel liegen, kann Frost dem Maiszünsler nichts anhaben. Und wo dessen Raupen sich im nächsten Jahr von ober bis unten durch die Stängel fressen, droht Windwurf schon bei einem lauen Lüftchen. Weltweit vernichtet der Maiszünsler vier Prozent der jährlichen Ernte.

Erntesaison bis November

Der Maisanbau hat die Erntesaison hierzulande bis in den November verlängert. „Zuletzt ist der Körnermais dran. Er muss gut durchgereift sein“, berichtet Schütte. Für ihn ist es ein kleiner Lichtblick, dass der umgeworfene Futtermais gerade erntereif war. „Früherer Windwurf hätte Totalschaden bedeutet“, so Schütte.