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Mann ignoriert Näherungsverbot 53-Jähriger aus Ganderkesee erneut verurteilt

Von Ole Rosenbohm | 08.06.2018, 13:00 Uhr

Ein 53-jähriger Mann aus Ganderkesee hat mehrfach dieselbe Frau belästigt und ein Näherungsverbot ignoriert. Jetzt muss er für sieben Monate ins Gefängnis.

Gerichte hatten ihn mehrfach verurteilt, er bekam Einstweilige Verfügungen, Anordnungen, geholfen aber hat nichts: Immer wieder belästigte der Mann dieselbe Frau, lauerte ihr auf, ängstigte sie. Jetzt hat das Landgericht Oldenburg den 53-Jährigen aus Ganderkesee in einer Berufungsverhandlung erneut verurteilt, diesmal zu sieben Monaten Gefängnis ohne Bewährung. Er kam schon in Handschellen in den Saal: Wegen der gleichen Sache sitzt er bereits für drei Monate ein.

Der Mann lauerte ihr seit 2016 auf

Es könnten mehr Verfahren folgen. Weil er in Revision gehen will und weil er ohnehin der Meinung ist, nichts Unrechtes getan zu haben. Im Gegenteil: Sie hätte ihn belästigt, ihm immer wieder geschrieben. Eine dreimonatige Beziehung mit ihr habe er selbst beendet. „Dann war der Fall für mich erledigt.“

An eine Beziehung aber kann sich weder die Angebetete noch sonst jemand erinnern. Selbst die Freunde des Angeklagten hatten beide noch nie zusammen gesehen, sagten sie aus. Und das Opfer betont, sie hätten sogar noch nie miteinander gesprochen. Klar, dass sie Angst habe vor dem Mann, den sie nur über Ecken kennt, der sich irgendwann 2016 in sie verliebte und ihr seitdem nachstellt.

Vermutlich immer dann, wenn er betrunken ist, will er sich an das Verbot, sie zu kontaktieren oder sich ihr auf weniger als 50 oder 200 Meter zu nähern (es gibt da verschiedene Urteile), nicht mehr erinnern. Dann schickt er ihr Nachrichten oder selbst gesungene Liebeslieder. Romantisch? Nein, Stalking. Einmal tauchte er mitten in der Nacht mit einer Axt in der Hand vor ihr auf. Und einmal drohte er während einer gerichtlichen Anhörung im Beisein einer Richterin. Tenor: „Wenn ich wegen der in den Knast muss, bringe ich sie um.“

Sieben Monate Gefängnis

Das half ihm natürlich nichts, er musste ins Gefängnis, die Bewährung damals wurde widerrufen. Sind die drei Monate verbüßt, starten die sieben aus dem neuen Urteil – gesprochen, weil er sich ihr viermal näherte, dreimal an ihrem Wohnhaus, einmal im Café.

Der Richter und Staatsanwalt würden ihn sogar lieber länger im Knast sehen, sagten sie. Weil der Angeklagte aber gegen das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Delmenhorst Berufung eingelegt hatte, durfte das Strafmaß nicht noch erhöht werden, nur bestätigt. So geschah es auch.