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Marcel Dönike fährt knallroten Flitzer Ein Bookholzberger und seine Leidenschaft fürs Bobbycar-Rennen

Von Alexandra Wolff, Alexandra Wolff | 09.07.2018, 19:08 Uhr

Wohl jeder 17-Jährige kann es kaum abwarten, endlich Auto fahren zu dürfen. Marcel Dönike wollte in dem Alter sogar gleich ein Rennen fahren: das Bobbycar-Rennen in

Wenn sich am Sonntag, 12. August, die Bookholzberger Schleife in eine Bobbycar-Rennbahn verwandelt, ist er dabei: Marcel Dönike mit seinem kleinen, roten Flitzer. Von Anfang an hat ihn das Fieber gepackt. „Als das Bobbycar-Rennen zum ersten Mal stattfand, war ich noch 17 Jahre alt, aber das Rennen war ab 18“, erzählt er im dk-Gespräch. „Letzten Endes durfte ich doch mitmachen und habe auch souverän den letzten Platz gemacht.“ Bei aller Selbstironie fügt er dennoch eine Rechtfertigung hinterher: „Mein Bobbycar hatte Flüsterräder. Die bremsen etwas.“ Wie viele Bobbycars er in den vergangenen zehn Jahren verschlissen hat, weiß er gar nicht so genau. Die alten schenkt er den Kindern von Freunden und Kollegen. „Den Kindern macht das nichts, wenn die Reifen schon Risse haben, aber mich mit meinen 86 Kilogramm kann so ein Bobbycar dann nicht mehr halten.“

Es war die Liebe zu Bookholzberg, wo der Wahl-Ganderkeseer 27 Jahre lang gewohnt hat: „Ich bin seit 2011 im Gemeinderat, engagiere mich im Ortsverein und räume bei der Aktion ‚Saubere Landschaft‘ mit auf“, zählt der zweite stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende auf. „Und außerdem bin ich für jeden Spaß zu haben: Bei jedem Menschenkicker springe ich mit und bei unserem letzten Türkei-Urlaub gab es eine Poolanimation mit Hüpfburg-Parcours. Da gab es für mich auch kein Halten mehr.“

Sitzhaltung mit Wiedererkennungseffekt

„Ich höre auch oft, dass man mich an meiner Sitzhaltung ganz gut erkennt“, erwähnt er. Das Gesicht der Fahrer kann man nämlich nicht erkennen, weil man beim Bobbycar-Rennen einen Helm tragen muss. „Ich sitze mit ausgestreckten Beinen auf dem Bobbycar und lenke nur mit einer Hand.“

Die Treue zu der Bookholzberger Veranstaltung hat sich übrigens gelohnt: Beim Bobbycar-Rennen 2017 ist er als Sieger hervorgegangen. „Das ist eine Frage des Gewichts und der Gewichtsverlagerung“, erläutert er, wie er es schafft, so schnell zu sein.

Training um 3 Uhr nachts

Hat er viel trainiert? „Naja, mit 19 habe ich tatsächlich am Wochenende vor dem Rennen nachts um 3 Uhr mit einem Kumpel auf der Straße geübt“, antwortet er. „Auch 2017 habe ich mir vorgenommen, mich vorzubereiten, aber letzten Endes bin ich dann beim Testlauf zum ersten Mal wieder gefahren.“ Also saß er seit sechs Jahren nicht mehr auf dem Kinderspielzeug. Denn als 2011 das Bobbycar-Rennen ausfiel, fand es auch danach mehrere Jahre lang nicht mehr statt. „2011 war bitter: Alles war fertig und dann kam plötzlich dieser heftige Regen. Die Veranstalter haben nichts eingenommen“, erinnert er sich. Denn Dönike fährt nicht nur, er hilft auch den Veranstaltern Steffen Block und Peter Hasselberg und baut mit auf. „Ich bin aber trotzdem gefahren – unter erschwerten Bedingungen.“

Sein Auto bereitet er nicht großartig auf das nächste Bobbycar-Rennen vor. Das Tuned-Rennen würde ihn zwar reizen, aber er überlegt noch, wie er sein Auto gestalten könnte. Immerhin: Ein spezielles Merkmal hat sein Bobbycar schon. Die „Scheinwerfer“ bei einem Bobbycar sind als Augen gestaltet und bei Dönikes Gefährt ist der Aufkleber für das rechte Auge abgefallen. Aber das findet der 28-Jährige nicht schlimm – im Gegenteil: „Es zwinkert.“