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Marktplatzumbau in Ganderkesee Politik stützt Verwaltung beim Vergabestopp

Von Dirk Hamm | 09.06.2017, 22:43 Uhr

Durch die Bank zeigen die Fraktionen im Ganderkeseer Rat Verständnis für die Entscheidung der Verwaltung, die Ausschreibung für die Arbeiten zur Umgestaltung des Neuen Markts im Kernort zu stoppen und neu zu starten.

Am Donnerstag hatte das Rathaus diesen Beschluss bekannt gegeben und damit begründet, dass die zwei verbliebenen Angebote den im Haushalt festgelegten Kostenrahmen erheblich überschreiten.

„Es ist sinnvoll, das Verfahren zu stoppen. Wir können die Bauarbeiten nicht so hochpreisig vergeben, dass man andere Sachen nicht mehr machen kann“, sagte CDU-Fraktionschefin Cindy Klüner auf Nachfrage. Sie glaube angesichts der neuesten Entwicklung nicht, dass der Umbau noch in diesem Jahr beginne.

Meinungsbild fast einstimmig

Auch ihr UWG-Pendant Carsten Jesußek lobte die Entscheidung der Verwaltung: „Es ist absolut richtig, dass behutsam mit Steuergeldern umgegangen wird.“

Dass mit der Neuausschreibung der Bauarbeiten eine Verzögerung des Baubeginns und die Fertigstellung der Marktumgestaltung erst im kommenden Jahr einhergeht, bereitet den Fraktionsvertretern kein großes Kopfzerbrechen. Entscheidend sei, so ist beinahe von allen Seiten unisono zu hören, dass an der beschlossenen Konzeption für den Marktplatzumbau festgehalten werde.

Grüne mit alternativem Ansatz für Umgestaltung

„An der Ausgestaltung des Markts wird sich überhaupt nichts ändern“, sagte etwa Arnold Hansen von den Freien Wählern. Werner Brakmann, Vorsitzender der SPD-Fraktion, spricht von einem „Balanceakt“: Es solle versucht werden, die Kosten zu senken, aber ohne dabei „große Abstriche“ zu machen.

Lediglich bei den Grünen ist eine andere Tonlage zu vernehmen: „Zum Umbau des Neuen Markts hatten wir uns andere Dinge vorgestellt. Deshalb hängt jetzt unser Herzblut nicht daran“, erklärte Fraktionsvorsitzender Volker Schulz-Berendt gegenüber dem dk. Der Ansatz der Grünen sei es gewesen, Autos ganz vom Markt zu verbannen.

Keine längere Aussprache im Ausschuss

Nachdem einen Tag zuvor im Verwaltungsausschuss die Fraktionen über den Stopp des Ausschreibungsverfahrens informiert worden waren, hat das Thema Marktplatzumbau in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzen am Donnerstag keine große Rolle gespielt.

Die Ausschussmitglieder nahmen ohne längere Aussprache die Mitteilungsvorlage der Verwaltung zur Stärken-Schwäche-Analyse zur Kenntnis, die begleitend zum Einzelhandelskonzept erstellt wurde. Die darin aufgeführten Vorschläge zur Aufwertung der Zentren Ganderkesee und Bookholzberg sollen demnach zum größten Teil umgesetzt werden.