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„Massenanfall von Verletzten“ durch Reizgas Großeinsatz an der Oberschule Bookholzberg

Von Eyke Swarovsky und Dirk Hamm | 04.05.2017, 12:35 Uhr

An der Oberschule an der Ellerbäke ist am Donnerstagvormittag Großalarm ausgelöst worden. Es hat mehrere Verletzte durch Reizgas gegeben.

Nach dem Austritt von Reizgas in der Oberschule an der Ellerbäke in Bookholzberg sind zwölf Schüler vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben der Polizei und der Feuerwehr klagten 90 bis 100 Schüler über Atemwegsbeschwerden, Augenreizungen oder Übelkeit. Sie sind von den zahlreichen aus dem gesamten Landkreis sowie aus Delmenhorst und Bremen herbeigerufenen Rettungskräften in einem nicht betroffenen Teil des Schulgebäudes gesichtet und behandelt worden.

Großleitstelle schlug gegen 10 Uhr Alarm

Über die genaue Anzahl möglicher Verletzter kann die Polizei derzeit noch keine Angaben machen. Die Ermittlungen zu dem oder den möglichen Verursachern des reizgasaustritts dauern an.

Rund um die Schule ist laut Ganderkesees Feuerwehrsprecher Christian Zoschke ein Großaufgebot von 30 Rettungs- und fünf bis sechs Feuerwehrfahrzeugen zusammengezogen worden. Zwischen 60 und 70 Einsatzkräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei befinden sich vor Ort. Ein Notarzt traf mit dem Rettungshubschrauber ein. Die Großleitstelle Oldenburger Land hatte gegen 10 Uhr einen „Massenanfall von Verletzten“ gemeldet.

Vorfall ereignete sich in der Aula

Die ersteintreffenden Einsatzkräfte hatten die Information erhalten, dass Reizgas im Bereich der Toiletten versprüht worden ist. Nach jetzigem Erkenntnisstand ereignete sich der Vorfall im Pausenbereich in der Aula. Zu dem Zeitpunkt hielt sich ein Großteil der rund 450 Schüler in der Aula auf.

Die unverletzten Schüler wurden in die nahegelegene Turnhalle gebracht und dort sowohl von den Lehrkräften als auch Mitgliedern der Rettungsdienste betreut. „Die Lehrer haben tatkräftig mitgeholfen. Die Schüler haben sich diszipliniert verhalten“, sagte Gemeindesprecher Hauke Gruhn. Nicht ausgeschlossen sei, dass bei einigen Schülern die untersuchten Beschwerden durch den Stress der Ausnahmesituation verursacht wurden, so Gruhn.

Bürgermeisterin Alice Gerken traf am Vormittag an der Einsatzleitstelle ein und informierte sich über die Lage.

Feuerwehr belüftet das Schulgebäude

Zwei Schüler berichteten gegenüber dieser Zeitung, dass etwa um 9.20 Uhr im WC-Bereich ein unangenehmer Geruch aufgefallen sei. „Es roch eklig, wie Schimmelkäse“, sagte einer der beiden Neuntklässler. Er habe sich schützend die Jacke vor den Mund gehalten, zunächst aber nichts weiter dabei gedacht. Eine halbe Stunde später seien alle Schüler dann per Durchsage aufgefordert worden, das Schulgebäude zu verlassen und auf den Hof E zu gehen.

Die Freiwillige Feuerwehr Bookholzberg setzte am Haupteingang einen Hochdrucklüfter ein, um das Schulgebäude zu belüften. Diese Maßnahme dauert zur Stunde noch an. Nach Angaben Gruhns muss eine Spezialfirma damit beauftragt werden, das Gebäude zu reinigen. Der Schulbetrieb fällt sowohl am heutigen Donnerstag als auch am Freitag aus.

Zurückgelassene Gegenstände können am Samstag abgeholt werden

Die Schüler sind bis zum Mittag mit dem Bus nach Hause gebracht worden oder konnten das Schulgelände per Fahrrad verlassen. Viele wurden von ihren Eltern abgeholt.

Bei der Evakuierung der Schule sind zahlreiche Jacken, Taschen und Handys zurückgelassen worden. Diese werden bewacht, versicherte der Gemeindesprecher. Am Samstag besteht dann von 10 bis 12 Uhr die Möglichkeit, die Gegenstände unter Aufsicht in der Oberschule abzuholen. Der Betrieb im Jugendzentrum Kaffeepott und die Kurse der regioVHS gehen normal weiter.