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Massive Einbußen befürchtet Anhaltende Trockenheit vermiest Ganderkesees Bauern die Getreideernte

Von Bettina Dogs-Prößler | 18.06.2018, 21:22 Uhr

Der fehlende Regen macht Ganderkesees Bauern zu schaffen: Beim Getreide wird mit erheblichen Ernteausfällen gerechnet. Bei Mais und Kartoffel kann sich das Blatt noch wenden – sofern es endlich regnet.

Ganderkesee Erst war es 2017 zu nass, dann war es jetzt viel zu trocken: Die vergangenen heißen Wochen werden bei Ganderkesees Getreidebauern zu massiven Ernteausfällen führen. „Bei der Wintergerste ist es am schlimmsten“, sagt Cord Wübbenhorst, Vorsitzender vom Landvolk Ganderkesee. „Aber auch beim Winterweizen sieht es katastrophal aus.“

Wie hoch die Einbußen konkret ausfallen werden, könne derzeit noch nicht beziffert werden. „Genau können wir das erst nach der Ernte sagen“, so Wübbenhorst. Die wird gewöhnlich von Ende Juli bis Mitte August eingefahren. „Um Schadensbegrenzung zu betreiben, wird das Getreide jetzt zwei bis drei Wochen eher vom Feld geholt.“

Startbedingungen waren optimal

Dabei seien die Startbedingungen für Winterweizen, Winterroggen und Wintergerste im März und April optimal gewesen. „Das rächt sich jetzt bei dieser großen Trockenheit“, schildert Landwirt Wübbenhorst. Die ausreichende Nässe von oben im Frühjahr habe dazu geführt, dass das Getreide nur oberflächlich Wurzeln geschlagen habe. Die fehlten nun zusätzlich, um notwendiges Wasser von unten zu holen. „Deshalb werden die Körner in den Ären nicht richtig ausgebildet und das Getreide droht zu vertrocknen.“ Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke geht laut eines Berichts des Landvolk-Pressedienstes derzeit davon aus, dass die anstehende Getreideernte eine der niedrigsten der vergangenen 20 Jahre werden wird.

Umso sehnlicher hoffen Ganderkesees Landwirte nun auf Regen. „Das Getreide und der Raps wird dadurch zwar nicht mehr gerettet“, so Landvolk-Vorsitzender Cord Wübbenhorst, „aber beim Mais könnte es noch reichen.“

Für die Kartoffelernte besteht noch Hoffnung

Zu spät ist es auch noch nicht bei der Kartoffel. „Wenn jetzt noch Regen kommt, kann sie sich noch gut entwickeln“, schildert Ronald Bredendiek. Jetzt entscheide das Wetter der kommenden Wochen, ob die Ernte gut und schlecht ausfallen werde. Dennoch: Durch die ungewohnte Trockenheit ist 2018 für den Ganderkeseer Kartoffelproduzenten bereits jetzt ein „Ausnahmejahr“. Fehlt den Feldpflanzen das Wasser, können sowohl Knollen als auch Getreidekörner nicht voll ausreifen. Dazu speichert der sandige Ganderkeseer Boden kaum Feuchtigkeit, was den Ernteerfolg der Landwirte zusätzlich erschwert. Cord Wübbenhorst: „Wir brauchen dringend einen schönen Landregen – am besten bis zur Getreideernte.“ Der Verbraucher wird die Ernteausfälle beim Getreide laut Wübbenhorst nicht zu spüren bekommen. „Dank des globalen Marktes ist noch genug Getreide vorhanden. Unser Brot wird also nicht teurer werden.“