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Medienkonzept Ganderkeseer Schulen auf dem Weg in die digitale Welt

Von Marie Busse | 08.06.2018, 20:27 Uhr

Bislang sind die Grundschulen in der Gemeinde Ganderkesee bei digitaler Technik sehr unterschiedlich ausgestattet. Ein Medienkonzept des Schulverbunds soll das ändern.

Fünf Milliarden Euro will der Bund in den „Digitalpakt Schule“ fließen lassen, um die Schulen besser auszurüsten. Der Schulverbund Ganderkesee, dem die Grund- und Oberschulen angehören, plant bereits eine digitale Offensive und will bis zum Herbst ein tragfähiges Medienkonzept entwickeln. Dazu gehört auch die Ausstattung der Schulen: Die ist bislang an den Grundschulen noch sehr unterschiedlich.

Medien ergänzen den Unterricht

Die Grundschule Lange Straße verfügt bereits über vier interaktive Tafeln, einen gut ausgestatten Computerraum mit 16 Arbeitsplätzen, ein Medienkonzept und flächendeckendes WLAN. „Die Schüler erstellen schon selbstständig unser digitales Jahrbuch“, sagt Schulleiter René Jonker. Am Donnerstagnachmittag besuchten Studenten der Universität Oldenburg die Grundschule und drehten mit den Schülern einen Film auf einem Tablet. „Wir wollen eine Tabletklasse einrichten“, stellt Jonker klar. Die Nutzung der Medien stellt aber keinen Selbstzweck dar, sondern eine Ergänzung zum Unterricht.

Unterschiedliche Ausstattung

Die größte Grundschule der Gemeinde, die Grundschule Dürerstraße, und die Grundschule Bookholzberg sind ebenfalls mit je einer digitalen Tafel und Computerräumen ausgestattet. Die anderen drei Grundschulen der Gemeinde – Heide, Schierbrok und Habbrügge – verfügen nicht über interaktiven Tafeln, sind jedoch jeweils mit einem Computerraum ausgestattet.

Eine zuverlässige Nutzung des WLANs für die Arbeit an den Rechnern ist jedoch nicht an allen Schulen gewährleistet. Nadine Gellfahrt, Konrektorin der Grundschule Heide, erklärt: „Wenn viele Schüler gleichzeitig im Internet sind, dann bricht das WLAN zusammen.“

Gleiche Ausstattung geplant

Die digitale Offensive des Schulverbunds sieht vor, dass in allen Schulen die gleichen Bedingungen geschaffen werden können. „So gehen die Kinder mit dem gleichen Wissen in die fünfte Klasse“, sagt Dörte Lohrenz, Vorsitzende des Schulverbunds. Die Auswahl der Geräte müsse dafür sorgfältig geprüft werden. Wie die gleichen Bedingungen geschaffen werden können, ist noch unklar: Der Ausschuss für Schulen, Sport und Jugend sieht gegenwärtig jährlich 25000 Euro für die digitale Ausstattung der Schulen vor. Allein die Anschaffung einer interaktiven Tafel kostet mindestens 5000 Euro.

Dass Kinder im Unterricht den Umgang mit Computern und Internet lernen sollen, darüber herrscht Einigkeit unter den Schulleitern der Grundschulen. „Smartphones, Tablets und Computer gehören zum Alltag“, sagt Frank von der Aa, Leiter der Grundschule an der Dürerstraße. „Es darf nicht verteufelt werden. Die Kinder müssen den Umgang lernen.“

 

Unterschiedliche Formen des digitalen Unterrichts

Bislang gibt es unterschiedliche Formen des digitalen Unterrichts. An der Langen Straße ist der Unterricht am Computer fest im Stundenplan integriert, an anderen Schulen wird PC-Unterricht als AG angeboten. Unterrichtsbegleitend und zur Recherchezwecken nutzen alle Grundschüler bereits das Internet.

Auch der Umgang mit neuen Medien und deren Einbindung in den Unterricht sollen im Konzept verankert werden. „Es ist unsere Pflicht, die Kinder auf die Berufswelt vorzubereiten. Das Buch verschwindet aber nicht, Medien ergänzen den Unterricht, wenn es passt“, betont René Jonker.