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Bunte Steine locken vor die Tür Mehr als 2200 Ganderkeseer sind Mitglied der Gruppe „GanderStones“

Von Birgit Stamerjohanns | 14.10.2019, 17:41 Uhr

Mehr als 2200 Ganderkeseer sind bereits Mitglied der Facebook-Gruppe „GanderStones“. Die Idee: Steine bemalen und auslegen, um anderen eine Freude zu machen.

„Majas erstes Wort war ,Stein’“, lacht Sabrina Klattenhoff und blickt auf ihre anderthalbjährige Tochter, die auch prompt zu plappern anfängt. In der Tat spielen Steine im Haushalt von Familie Klattenhoff eine große Rolle. Mutter Sabrina verwandelt mit Maja und dem vierjährigen Leo regelmäßig unscheinbare Steine in kleine Kunstwerke. Die Kiste mit Acrylstiften steht immer griffbereit in der Nähe des Esszimmertischs. Ihre Leidenschaft für Steine hat die 30-Jährige vor einigen Monaten eher durch Zufall entdeckt.

"Eine schöne Idee"

Bei Facebook stieß sie auf eine Delmenhorster Gruppe, deren Mitglieder Steine bemalen und bei Spaziergängen verteilen. „Ich finde das eine schöne Idee“, so die Ganderkeseerin, „mir ist schon so oft aufgefallen, dass zum Beispiel auf Spielplätzen kaum Kinder zu sehen sind, offenbar gehen die nur noch selten vor die Tür.“ Eine Steinsuche mache Spaziergänge durch den Wald oder den Ort für Kinder deutlich interessanter. Sabrina Klattenhoff griff also selbst zum Pinsel, verzierte einige Steine und legte sie aus. Auch ihre Kinder bekamen Spaß am Hobby ihrer Mutter. „Wir haben während der Sommerferien eigentlich nichts anderes gemacht, als Steine zu bemalen und bei Spaziergängen im Tiergarten zu verteilen.“ Besonders groß ist die Freude bei den Kindern natürlich, wenn sie bunte Steine neben Bäumen, auf Brücken oder im Gras entdecken.

Idee stammt aus den USA

Die Idee stammt eigentlich aus den USA. Wie viele Menschen mittlerweile auch in Deutschland Steine sammeln, bemalen und verteilen, weiß niemand so genau. „Ich habe im Sommer eine Facebook-Gruppe für Ganderkesee gegründet“, sagt Sabrina Klattenhoff. Mittlerweile gehören den GanderStones mehr als 2200 Menschen an, täglich werden es mehr. „Ich bin selbst total überrascht, wie viele da mitmachen und sich für die Steine interessieren“, so die Ganderkeseerin. Auf der Facebook-Seite zeigen die Steinebemaler ihre Kunstwerke. Aber auch Steine, die gefunden werden, können auf der Seite der GanderStones gepostet werden. Wer die gefundenen Steine behalten möchte, darf das natürlich tun. Ansonsten können die kreativen Werke erneut versteckt werden. Viele Gruppenmitglieder schreiben auf ihre Steine den Hinweis GanderStones, damit die Finder wissen, aus welcher Gruppe der Stein stammt. „Allerdings gibt es auch zahlreiche Menschen, die nicht bei Facebook sind und von diesem Trend noch nie etwas gehört haben“, sagt Sabrina Klattenhoff, „aber die freuen sich hoffentlich ebenso über die bunten Steine.“

Steine "auf Reisen"

Oft treten die in Ganderkesee bemalten Steine auch weite Reisen an: Sabrina Klattenhoff hat gerade einige Exemplare über eine Freundin in die USA bringen lassen. Unter anderem liegt nun ein Werder-Stein in der texanischen Stadt Dallas. Ob der Hype um die Steine irgendwann vorbei sein wird? Das kann Sabrina Klattenhoff natürlich auch nicht sagen. Ihr ist allerdings aufgefallen, dass die Kunstwerke immer kreativer werden und die Verzierungen immer ausgefallener. Aber: „Mir ist es egal, ob ein Kind ein Strichmännchen auf einen Stein malt oder ein Erwachsener ein echtes Kunstwerk – ich finde es einfach toll, immer wieder bunte Steine in der Natur zu entdecken!“