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Mehr Flüchtlinge in Hude Mangel an Immobilien setzt Hude unter Druck

Von Alexander Schnackenburg | 03.07.2015, 18:56 Uhr

Die Gemeinde Hude täte gern mehr für die Flüchtlinge, fühlt sich aber vor allem wegen fehlender Immobilien ausgebremst. Das kam am Donnerstag bei einem Treffen mit der CDU ans Licht.

Das Land Niedersachsen soll die Pauschale pro aufgenommenem Flüchtling von 6200 Euro auf 10000 Euro aufstocken. Außerdem müsse das Bleiberecht für Flüchtlinge aus „sicheren Herkunftsländern“ wie jenen des Balkans bereits in den Auffanglagern geprüft werden, um diese schnell wieder abschieben zu können. Das sind die Kernforderungen, die die CDU um ihren Landtagsabgeordneten Ansgar Focke am Donnerstag bei einem Treffen in der Huder Klosterschänke erneuert hat.

Fast nur noch Schrottimmobilien

Wie der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Focke berichtete, leben derzeit 99 Flüchtlinge in Hude. Die Gemeinde sei aufgrund des Verteilungsschlüssels dazu verpflichtet, jährlich 50 weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Es mangele aber in Hude an Immobilien, wie die parteilose Bereichsleiterin Soziales und Ordnung der Gemeinde Gundula Brunken erklärte: „Ich kriege fast nur Schrottimmobilien angeboten“, sagte sie.

Mitarbeiter fühlen sich ausgebremst

Besonders ärgerlich findet Brunken, dass sich ihre Mitarbeiterinnen nicht so intensiv um die Flüchtlinge kümmern könnten, wie sie es wünschten. Sie seien überlastet und litten aufgrund des Immobilienmangels sowie finanzieller Engpässe unter einem bescheidenen Handlungsspielraum. „Wir wollen vernünftig arbeiten“, so Brunken.

Pauschale dem Aufwand anpassen

Bei der CDU stieß Brunken mit ihrer Bestandsaufnahme auf offene Ohren: Seine Partei fordere schon lange die Pauschale vobn 10000 Euro. Diese Summe entspreche den tatsächlichen Kosten, die den Kommunen bei der Integration entstünden.

Asylprüfung schon im Auffanglager

Ein Großteil der jährlich rund 400000 Flüchtlinge kommt nach Auffassung der CDU aus „sicheren Herkunftsländern“ wie Bosnien und anderen Ländern des Balkan. Da 99,7 Prozent der Asylanträge dieser Flüchtlinge ohnehin abgelehnt würden, empfehlen die Christdemokraten die Prüfung ihrer Anträge bereits in den Auffanglagern.

Mustergültiges Engagement Huder Bürger

Die Flüchtlingsbeauftragte Sandra Baba berichtete, sie sei neuerdings auch für die Gemeinde Hatten zuständig. Sie lobte unterdessen das Netzwerk aus 25 Freiwilligen in Hude. Es kümmere sich mustergültig um die Integration seiner neuen Mitbürger.