Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Mehr Gäste als im Vorjahr Klosterfest in Bergedorf mit Küken und Kühen

Von Katja Butschbach | 07.06.2015, 20:36 Uhr

Rund um das Melkhus in Bergedorf haben sich am Sonntag die Besucher beim elften Klosterfest getummelt.

Die Sonne scheint, ein leichter erfrischender Wind weht: Besser, so sind sich Klosterfest-Initiator Gerd Logemann und viele seiner Gäste einig, könnte das Wetter für das elfte Klosterfest nicht sein. An allen Ständen – unter anderem dem des NABU, der Jungjäger Bergedorf, der Buchhandlung Förster und des Imkers Götz Neuber – ist etwas los, Musik spielt; auch Kapelle und Engelswiese werden rege besucht.

„Dieses Jahr sind es etwas mehr Besucher als letztes Jahr“, freute sich Logemann, der traditionell im Mönchsgewand unterwegs war. Als Gründe machte er das schöne Wetter und vielleicht auch das neue Konzept aus: Er hatte vor dem Fest angekündigt, die Bedeutung der Klöster als frühe Forschungseinrichtungen für die moderne Landwirtschaft als Schwerpunkt behandeln zu wollen. So geben Kühe heute jährlich 8000 Liter Milch. Im Jahr 1860 waren es 1200 Liter.

Wie Milch entsteht, wurde im Eingangsbereich des Kuhstalls veranschaulicht: Dort waren große Plastikeimer aufgebaut, in denen das Futter gezeigt wurde, das eine Kuh täglich frisst: 21,5 Kilo Grassilage, 21 Kilo Maissilage und 6,5 Kilo Kraftfutter; dazu trinkt sie 60 bis 120 Liter Wasser. Dafür gibt sie jeden Tag 24 Liter Milch.

An einem zentraleren Platz als in den Vorjahren waren auch kleine Küken zu sehen. „Das kommt bei den Kindern sehr gut an“, weiß Logemann, der mit vielen Besuchern Gespräche führte. Immer wieder kam die Nachfrage nach der Geschichte des Ortes. Udo Dreyer, Pastor aus Wüsting, ist zum ersten Mal beim Klosterfest und möchte mehr über das Kloster erfahren. „Mit dem Brudermord fing alles an“, sagt Logemann.

Graf Christian, auf der Durchreise von einem Kreuzzug, wurde 1192 in einer Scheune in Bergedorf ermordet – vermutlich im Auftrag seines Bruders. Dieser Bruder und die Mutter des Grafen stifteten am Tatort eine Sühnekapelle. Die Bremer Benediktinerinnen errichteten dort später ein Nonnenkloster; aber schon bald fühlten sie sich in Bergedorf „nicht mehr wohl“. Das Kloster wurde Zisterzienser-Mönchen überlassen. „Ihnen fehlte aber ein Fluss“, so Logemann. Deshalb siedelten sie 1231 nach Hude über. Die Kapelle, die sie zurückließen, stand bis zur Zerstörung 1536 auf der heutigen Engelswiese. „Das war früher unser Gemüsegarten“, sagte Logemann.

Er will auch im kommenden Jahr ein Klosterfest ausrichten. „Ein paar Tage“ genieße er die Eindrücke des aktuellen Festes. Und dann kommen die Ideen für das nächste Mal.

Wieder dabei sein will Huf- und Wagenschmied Burkhard Brandt aus Grasberg. Er hat zum ersten Mal beim Klosterfest ausgestellt und seine Arbeit demonstriert. „Die Atmosphäre ist total gut.“ Er zeigte eine Auswahl dessen, was mit Eisen alles möglich ist. Darunter waren auch Engelsfiguren, die vor allem von in der Hospizarbeit tätigen Menschen nachgefragt würden. Für Logemann hingegen stellten sie eine gute Verbindung zur Engelswiese her – und damit zur Geschichte des Klosters.