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„Mehr Menschen auf die Schiene“ Bookholzberger hoffen im Bahnhof auf 30-Minuten-Takt

Von Thomas Deeken | 17.08.2015, 08:12 Uhr

Im Bahnhof Bookholzberg halten täglich 46 Züge – der erste um 4.21 Uhr, der letzte um 1.36 Uhr. Trotzdem könnten es noch mehr sein, sagt Dietmar Mietrach. „Dann könnten wir noch mehr Menschen auf die Schiene bringen“, ist sich der Vorsitzende des Vereins „Wir in Bookholzberg“ sicher, der seit vielen Jahren einen 30-Minuten-Haltetakt fordert – zumindest für die Zeit, in der Berufstätige, Schüler und Studenten am häufigsten unterwegs seien. Bisher habe es allerdings noch keine positiven Bescheide seitens der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen gegeben, weil der Fahrplan sonst nicht eingehalten werden könne.

„Wir haben das Thema aber nach wie vor auf dem Zettel“, sagt LNVG-Pressesprecher Rainer Peters aus Hannover. Weil Bremen sein komplettes Regio-S-Bahn-System überdenken wolle, werde der Wunsch der Bookholzberger im nächsten Jahr gemeinsam mit dem Bremer Verkehrssenator genauer unter die Lupe genommen. Das ist der Kommune und dem Landkreis laut Peters auch schon mitgeteilt worden. Einen näheren Termin kenne er allerdings noch nicht.

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“

Mietrach sei schon von vielen Menschen aus Bookholzberg und Umgebung angesprochen worden, die gerne mit dem Zug Richtung Bremen oder Oldenburg fahren würden. Weil sie aber wegen des derzeitigen Stundentaktes entweder zu früh oder zu spät bei der Arbeit sein würden, nutzten sie weiterhin das Auto. Lediglich die Linie RS3 von Bad Zwischenahn nach Bremen und zurück halte. Dagegen fahre der Regionalzug 4 von Nordenham nach Bremen und zurück durch. Und der könne doch auch in Bookholzberg stoppen, so Mietrach. Er habe beobachtet, dass einige Züge ein paar Minuten vor dem Bahnhof vor dem Signal warten müssten. „Statt vor dem Signal könnten sie doch auch im Bahnhof Halt machen“, meint der Bookholzberger, der darauf hinweist, dass es inzwischen ja auch in Kirchhammelwarden vor Brake einen Haltepunkt gibt. Daran könne man erkennen: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“

Zughalt auch in Elmeloh und Immer?

Bahn-Freund Mietrach wolle nicht lockerlassen. Er glaube fest daran, dass man die derzeitigen rund 670 Ein- und Ausstiege werktags deutlich toppen könne. Darüber hinaus hätte es durchaus „einen gewissen Charme“, auch bei der Station Dwoberg in Elmeloh und – wie früher – in Immer Zughalte einzurichten, um noch mehr Personen weg von der Straße zu bekommen.

„Carsharing-System mit Elektrofahrzeugen“

Michael Sorg, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, sagte gegenüber dem dk, in seiner Fraktion werde derzeit darüber beraten, einen offiziellen Antrag bezüglich eines Zughaltes in Elmeloh zu stellen. Einen Zughalt in Immer müsse man dagegen eher langfristig im Auge behalten. Vielleicht gebe es Möglichkeiten bei der Umsetzung, wenn die Technik in puncto Beschleunigungs- und Bremsverhalten von Zügen verbessert und dadurch Fahrpläne besser eingehalten werden könnten. Mittelfristig sollte man vielmehr über andere intelligente Lösungen diskutieren – zum Beispiel über ein Carsharing-System mit kleinen Elektrofahrzeugen, mit denen man von Immer zum Bahnhof Ganderkesee und zurück kommen könne. Und vielleicht lasse sich auch der Bürgerbus anders einbinden, so Sorg.

Zughalt Immer noch nicht vergessen

Nach Angaben des LNVG-Pressesprechers ist auch Immer nicht in Vergessenheit geraten. Der Antrag der Gemeinde, die ihren Zughalt-Wunsch zusammen mit sieben anderen Kommunen zwischen Harz und Küste nachgemeldet habe, sei inzwischen nahezu vollständig geprüft worden. Nach der Sommerpause – voraussichtlich Ende September – soll das Thema gemeinsam mit dem niedersächsischen Verkehrsministerium erörtert werden. Über ein Ergebnis der Prüfung beziehungsweise eine Tendenz wollte Peters nichts sagen.