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Mehrere Erweiterungen geplant „Recht großes Interesse“ an Gewerbeflächen in Ganderkesee

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 17.11.2017, 07:27 Uhr

Immer mehr und immer größer: In der Gemeinde Ganderkesee sollen einige Gewerbegebiete erweitert werden. Am weitesten fortgeschritten sind die Planungen für die Vergrößerung des Gebietes Westtangente zwischen FTZ und Otto-Lilienthal-Straße.

Es gibt bereits „ein recht großes Interesse“ von Unternehmern aus der Gemeinde Ganderkesee und der näheren Region an Grundstücken im erweiterten Gewerbegebiet Westtangente. Das hat Ganderkesees Wirtschaftsförderin Christa Linnemann gegenüber dem dk mitgeteilt. Details nannte sie allerdings nicht.

Erweiterung Westtangente wird vorbereitet

Derzeit wird die Erweiterung auf den Flächen zwischen der neuen Feuerwehrtechnischen Zentrale und der Otto-Lilienthal-Straße, die zum Flugplatz führt, dadurch vorbereitet, dass entsprechende Bauleitpläne aufgestellt werden. Im späten Frühjahr nächsten Jahres könnten die Erschließungsarbeiten beginnen – wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt.

Vor allem für Dienstleister und Handwerker

Nach Angaben der Wirtschaftsförderin ist dieses Gebiet – im Gegensatz beispielsweise zum Gewerbegebiet in Grüppenbühren – vor allem für kleinere Dienstleistungsunternehmen und Handwerksbetriebe gedacht. Für sie gebe es auf dem insgesamt rund 4,75 Hektar großen Areal bereits Flächen in einer Größenordnung ab 1000 Quadratmetern.

Eine Million Euro Erschließungskosten

Laut Verwaltung können neben den Erschließungskosten in Höhe von etwa einer Million Euro zusätzliche Aufwendungen in geschätzter Höhe von 250.000 Euro für Ausgrabungen anfallen. Was tatsächlich an Kosten anfällt, wird sich erst bei den Arbeiten zeigen. Darüber hinaus stellt die Verwaltung unter dem Stichwort Ökokonto 137.000 Euro für den „bauplanungsrechtlichen Ausgleich“ und 325.000 Euro für die Erschließung der Grundstücke mit Straßen und Laternen zur Verfügung. Für den Verkauf von Grundstücken rechnet die Gemeinde mit Einnahmen in Höhe von 180.000 Euro im nächsten Jahr und mit jeweils 200.000 Euro in den Folgejahren.

Pläne für Gewerbegebiet Bookhorn

Erweitert werden soll auch das Gewerbegebiet Bookhorn. Es ist geplant, zum Jahresende zur Vorbereitung des Grunderwerbs Vorverträge mit den Eigentümern abzuschließen. Für den Kauf, so rechnet die Verwaltung, müssten voraussichtlich rund 3,135 Millionen Euro auf den Tisch gelegt werden. Davon dürften im nächsten Jahr etwa 1,275 Millionen Euro fällig werden. Im nächsten Jahr gehe es zunächst um das Bauleitplanverfahren, heißt es seitens der Verwaltung. Mit der Erschließung könne frühestens 2019 gestartet werden.

Bauarbeiten am Sahrener Weg

Dagegen tut sich derzeit einiges im Gewerbegebiet Hoykenkamp am Sahrener Weg – und zwar direkt an der Bahnlinie. Dabei geht es laut Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, allerdings um Flächen, für die bereits 2010 ein Bebauungsplan aufgestellt wurde. Dort soll jetzt ein Baustofflagerplatz der Firma Garms Baustoffe entstehen. Darüber hinaus ist vorgesehen, das Gewerbegebiet zu vergrößern und dafür den Bebauungsplan 248 aufzustellen. Dabei handelt es sich laut Thomas Didjurgies aus der Ganderkeseer Bauleit- und Entwicklungsplanung um ein knapp 1,5 Hektar großes Areal an der Nutzhorner Landstraße/Ecke Sahrener Weg in unmittelbarer Nähe zur Fläche, die jetzt bebaut wird. Ein mehrheitliches Ja bei nur einer Gegenstimme hat es bereits Ende August im Ausschuss für Gemeindeentwicklung gegeben.

Grüne gegen Erweiterungen

Gegen die Ausweitung weiterer Gewerbegebiete sind die Grünen – und zwar grundsätzlich. Das hatte zuletzt Fraktionschef D r. Volker Schulz-Berendt in den Ausschüssen und im Rat betont. Der Grund: Es gebe immer mehr Emissionen, immer mehr Verkehr und einen erhöhten Ressourcen- und Flächenverbrauch. Das passe nicht mit dem Ziel der Gemeinde zusammen, den Klimaschutz voranzutreiben. „Wir können uns ständiges Wachstum nicht mehr erlauben. Die große Herausforderung muss sein: Wie kriegen wir es hin, ohne Wachstum gut leben zu können?“