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Messprogramm des Landkreises Nitratbelastung im Grundwasser weiter zu hoch

Von Dirk Hamm | 12.05.2017, 15:58 Uhr

Die Nitratbelastung im Grundwasser ist in Ganderkesee ebenso wie im gesamten Landkreis Oldenburg nach wie vor hoch und überschreitet teilweise den erlaubten Wert.

Das hat Dieter Hahn, in der Kreisverwaltung für Bodenschutz und Abfallwirtschaft verantwortlich, in der jüngsten Sitzung des Ganderkeseer Ratsausschusses für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz berichtet.

Bei Messungen, die der Landkreis Oldenburg jährlich vornimmt, konnte laut Hahn keine Trendumkehr beim chemischen Zustand des Grundwassers in der Region festgestellt werden. Der Amtsleiter erklärte, dass der Landkreis in den vergangenen Jahren sein Netz von Messbrunnen kontinuierlich ausgebaut habe.

An vier Messtellen in Ganderkesee Grenzwert überschritten

Bei der letzten Beprobung 2016 sei das Grundwasser an 50 Stellen auf seinen chemischen Zustand überprüft worden. Drei weitere Messstellen, alle in der Gemeinde Wardenburg gelegen, kämen in diesem Jahr neu hinzu.

Die letzte Messung hat nach Angaben Hahns bei vier der neun Messstellen auf Ganderkeseer Gebiet eine Überschreitung des in der Trinkwasserverordnung festgelegten Grenzwerts von 50 Milligramm Nitrat pro Liter ergeben. Zwei davon liegen in Bookholzberg, die beiden anderen im landwirtschaftlich geprägten Süden der Gemeinde.

Umdenken bei den Landwirten gefordert

Landkreisweit ergab sich ein ähnliches Bild, an 29 der 50 Messstellen lag der Nitratwert bei über 50 Milligramm, 14 Mal gar bei weit über 100 Milligramm.

„Mit der heutigen Bewirtschaftungsform in der Landwirtschaft ist eine Trendumkehr bei der Nitratbelastung im Grundwasser wohl nicht zu erwarten“, sagte Hahn im Ausschuss. Immerhin habe das Messprogramm des Landkreises zur Versachlichung der Debatte über die Ursachen des Problems beigetragen, so sein Fazit. Die Landwirte hätten die Ergebnisse der Messungen nicht infrage gestellt.

Hahn forderte ein Umdenken bei den Landwirten: „Weniger und sehr gezielte Düngung bedeutet ein Mehr an Grundwasserschutz.“