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Mit der Klangästhetik von 1699 Ganderkeseer Orgel rückt in den Mittelpunkt

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 02.04.2017, 15:59 Uhr

Als eine „schöne und würdevolle Aufgabe“ bezeichnete Thorsten Ahlrichs, seines Zeichens Kreiskantor und Hausorganist der St.-Cyprian-und-Cornelius, das Spiel auf der altehrwürdigen Arp-Schnitger-Orgel. Er präsentierte zum Auftakt der Arp-Schnitger-Tage 2017 in Ganderkesee am Samstag das Tastenblasinstrument aus der Hand des seinerzeit berühmtesten Orgelbauers der Welt. Rund 15 Interessierte sind gekommen.

Seit 1699 füllt die Orgel die Kirche am Ring sowohl akustisch als auch mit seiner imposanten Bauart aus. Während der drei Jahrhunderte wurde das Instrument mehrfach restauriert. „Auch Orgeln unterliegen dem Modegeschmack“, erklärt der Kreiskantor. Schnitger entwarf damals lediglich Haupt- und Brustwerk der Orgel mit 16 Registern und angehängtem Pedal. Johann Hinrich Klapmeyer erweiterte das Instrument im Jahre 1760 um ein selbstständiges Pedal mit sechs Stimmen in den beiden seitlichen Pedaltürmen. Zuletzt wurde die Schnitger-Orgel von 2003 bis 2005 für circa 320.000 Euro restauriert. Dabei wurden alle nach 1760 angefertigten Register mit der im Jahre 1699 üblichen Bauweise rekonstruiert. Dadurch könne die Klangästhetik der damaligen Zeit auch heute noch vermittelt werden.

Schauspiel erweckt Luther zum Leben

Wie beim Kinderorgelkonzert „Maaartin!“, das aus der Feder der Organistin und Komponistin Christiane Michel-Ostertun stammt. Am Samstagnachmittag erzählte das Schauspiel mit effektvoller Orgelmusik rund 25 Kindern und Erwachsenen die Geschichte von Martin Luther. Den Part des Erzählers hat der Schauspieler Jarno Stiddien übernommen, der bereits bei den ersten Arp-Schnitger-Tagen die Orgelmusik mit Schauspiel begleitete.

Der gebürtige Braunschweiger erzählte den Kindern, wie aus dem kleinen Martin Luther der große Kirchenreformator wurde. Gebannt hörten Klein und Groß Stiddien zu. Das lebendige Schauspiel wurde durch Kreiskantor Ahlrichs an der Orgel musikalisch umrahmt. Hier wurde die bereits erwähnte Klangästhetik der Schnitger-Orgel mehr als deutlich. Sie erzeugte in der gotischen Hallenkirche eine stimmungsvolle Atmosphäre, die die jeweiligen Phasen in Martin Luthers Leben eindrucksvoll untermalte.