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Initiative in Ganderkesse Mit diesen Angeboten finden Azubis und Betriebe zueinander

Von Manuel Titze | 25.09.2019, 22:51 Uhr

Unter dem Motto „Wir machen Ausbildung einfach“ hatten in Ganderkesee Ausbildungsbetriebe, Ausbildungssuchende und deren Eltern jetzt die Möglichkeit, sich über regionale Angebote zu informieren.

Organisiert wurde die Informationsveranstaltung von der Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative im Sitzungssaal des Rathauses Ganderkesee. Den Einstieg in den Abend machte die Teamleiterin des Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Delmenhorst, Regina Krampe, mit der Vorstellung der aktuellen Statistik zum Ausbildungsmarkt in Delmenhorst und Ganderkesee vom August 2019. Diese Zahlen machten deutlich, dass es 0,5 Stellen pro Bewerber in der Region gibt. Für die regionalen Betriebe biete dies die Möglichkeiten, durch attraktive Angebote Auszubildende zu bekommen. Andererseits gibt es auch die Gefahr, Nachwuchskräfte an größere Städte wie Bremen und Oldenburg zu verlieren.

Begleitung beim Berufseinstieg

Im Rahmen der Berufsorientierung präsentierte Elke Fenske, Teamleiterin der Berufsberatung der Geschäftsstelle Delmenhorst und Wildeshausen der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, zudem die unterschiedlichen Förder- und Unterstützungsangebote, wie beispielsweise die „Berufseinstiegsbegleitung“, welche uner anderem durch einen Coach umgesetzt wird. Auch für schwerbehinderte Personen wurden Möglichkeiten vorgestellt, um wieder in ein Ausbildungsverhältnis gelangen zu können.

Um sich selbst ein gutes Bild machen zu können, was zu einem passt und auch um überhaupt Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu bekommen, empfiehlt die Agentur für Arbeit Praktika. Diese können schon während der Schulzeit getätigt werden und dienen als Türöffner zu Unternehmen.

Azubi aus Syrien

Im Laufe des Abends stellte sich für den Bereich Handwerk unter anderem die Firma Heinemann vor. Ein 22-jähriger Auszubildender als Anlagenmechaniker berichtete von seinen anfänglichen Schwierigkeiten, nach der Flucht aus Syrien über Italien das deutsche Wissen in den Berufsschulen verstehen und lernen zu können. Dank ZWAIG konnte der Lehrling durch Förderschulen unterstützt werden, um seine Ausbildungsziele erreichen zu können und das persönliche Auftreten zu optimieren. Auch bei Prüfungsangst konnte den Auszubildenden der Firma Heinemann dank unterschiedlicher Angebote der Agentur für Arbeit Abhilfe geschaffen werden.

84 Prozent selbst ausgebildet

Bei der Ganderkeseer Firma Starofit wird die Ausbildung ebenfalls großgeschrieben. Das 1975 gegründete Unternehmen befasst sich mit der Lagerhaltung und dem weltweiten Vertrieb von Rohrbogen und Schweißfittings aus Stahl und Edelstahl. Mit Stolz berichtete die Ausbilderin, dass 84 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst ausgebildet wurden. Sie stellte außerdem vor, wie man den Markt der Ausbildungssituation am besten an gehen sollte. Auch hier berichtete einer der Azubis, wie seine Ausbildung verlief. Von Auslandspraktika, über Abteilungswechsel bis hin zu Speeddatings in Schulen konnten die Azubis, vieles erlernen und Erfahrungen sammeln, was ihnen für den beruflichen Werdegang sehr viel gebracht hat, berichtete die Ausbilderin.

Die rund 40 Besucherinnen und Besucher quittierten die Veranstaltung mit tiefgehenden Fragen in der anschließenden Diskussionsrunde. Vorstandsmitglied Norbert Klüh betonte jedoch, dass auch der Verein ZWAIG für Zukunftswerkstätten und ähnliche immer Nachwuchs sucht und jeden willkommen heiße.