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Mit Pedelec sicher im Verkehr Wardenburger trickst mit Fahrradhelm und Eiern

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 02.05.2016, 09:21 Uhr

Rudi Czipulls Tipps geben E-Bike-Fahrern Sicherheit im Straßenverkehr. In seinen lässt der Wardenburger auch Eier zu Boden plumpsen.

Rudi Czipull hat es gern plastisch. Um den Teilnehmern seines Verkehrssicherheitstrainings „Fit mit dem Fahrrad“ zu zeigen, wie wichtig der Helm für den Radfahrer ist, greift er zu zwei rohen Eiern. Das eine verschnürt er in der Nachbildung eines Fahrradhelms, das andere nicht. Dann lässt er die Eier aus rund 1,50 Metern Höhe zu Boden fallen. Das geschützte übersteht den Sturz unbeschadet, das ungeschützte zerplatzt.

Helm gewöhnungsbedürftig

Die Demonstration mit dem Helm erscheint Czipull auch deswegen so wichtig, weil sich „Fit mit dem Fahrrad“ vor allem an Menschen jenseits der 50 wende, überwiegend aber solche erschienen, die bereits die 60 überschritten hätten. Und diese Leute, hat Czipull festgestellt, seien es oft einfach nicht gewohnt, mit Helm Fahrrad zu fahren. Man müsse sie daher erst davon überzeugen, dass es sinnvoll sei, mit alten Gewohnheiten zu brechen.

Pedelec spielt wachsende Rolle

Dem Brechen mit Gewohnheiten und dem Umstellen auf Neuem komme beim Sicherheitstraining ohnehin eine große Rolle zu, stellt Czipull fest, insbesondere für jene Teilnehmer, die mit einem Pedelec anrückten. Ihre Zahl steige seit Jahren drastisch, derzeit seien in Deutschland rund 2,5 Millionen Pedelecs auf dem Markt.

Gewicht verändert Fahrweise

Aufgrund der unterstützenden Wirkung des Elektromotors, mit dem Pedelecs ausgestattet sind, erreicht der Fahrer mit ihnen wesentlich leichter eine hohe Geschwindigkeit als mit einem konventionellen Fahrrad. Alles andere als leichter, betont Czipull, sei dagegen das Pedelec an sich. So habe es üblicherweise einen schweren, verstärkten Rahmen. Auch wiege der Motor rund vier Kilogramm und der dazugehörige Akku immerhin zwei bis drei weitere Kilo. Häufig, hat Czipull festgestellt, unterschätzten die Fahrer die Auswirkungen auf die Fahrweise, welche dieses Mehrgewicht mit sich bringe – oder zumindest mit sich bringen sollte.

Bremsen stark gefordert

So seien die Bremsen deutlich stärker gefordert. Die Verkehrswacht empfehle generell, nur Pedelecs mit hydraulischen Bremsen zu kaufen. Der Umgang mit ihnen wolle allerdings geübt werden. Denn, wer zuerst vorn statt hinten bremse, laufe Gefahr, kopfüber vom Fahrrad zu stürzen. Doch auch, wer die hintere Bremse zuerst betätige, werde Unterschiede zu herkömmlichen Fahrradbremsen feststellen: Die Bremse spreche stärker an, der vergleichsweise kleine Bügel wolle mit Gefühl betätigt werden.