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Mittagessen in Schulen und Kitas Schweinefleisch wird in Ganderkesee seltener aufgetischt

Von Mareike Bader | 22.10.2017, 10:56 Uhr

Gemeinsam am Mittagstisch essen viele Kinder so manches Gemüse, das sie zuhause nicht mögen, berichtet Kindergartenleiterin Silke Schiller. Doch immer öfter muss auf Allergien oder Unverträglichkeiten geachtet werden. Auch Schweinefleisch ist ein Problemthema.

Beutel auf, ab aufs Blech und ab in den Dampfgarer. So leicht kann das Kochen für mehrere Personen sein. Gemeinsam mit der Gruppenleitung wird das Essen ausgesucht. Das wird dann teilweise vorgegart und schockgefrostet angeliefert. „Man kann schön individuell auf die Kinder eingehen“, erklärt Silke Schiller, Leiterin des Kindergartens „Kleine Wolke“ in Ganderkesee.

Denn die fertigen Menüs werden meistens abgewandelt – etwa mit zusätzlichem Gemüse. Blumenkohl heißt dann Schneebällchen und und die Brokkoliröschen sind Bäume. Durch die Gemeinschaft essen einige Kinder dann Dinge, die sie Zuhause verschmähen, berichtet die Kindergartenleiterin.

Allergien und Unverträglichkeiten nehmen zu

Manche Dinge dürfen Kinder aber nicht essen. Etwa aus gesundheitlichen Gründen, wegen einer Laktoseintoleranz oder einer Nussallergie. „Das nimmt zu“, sagt Karen Becker vom Fachdienst Kindertagesstätten. Und darauf wird dann bei der Auswahl des Essens geachtet – „wenn uns das bekannt ist“, betont Schiller. Das Gespräch mit den Eltern sei enorm wichtig. Allgemein werde sich an die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gehalten, sagt Becker.

Gemeinsames Kochen ist bei den Kindern sehr beliebt

Daran hält sich auch der Kindergarten „Kleine Wolke“. Nur ein Mal in der Woche gibt es Fleisch. Dienstags gibt es Fisch, freitags ist Suppentag – das spare Zeit nach dem Turnen, sagt Schiller. Ab und zu gibt es auch einen Büffettag, bei dem sich die Kinder was aussuchen können. Manchmal wird auch zusammen gekocht. Beides sei sehr beliebt, berichtet Schiller.

Manchmal wird auch noch zusätzlich gekocht, etwa bei Allergien oder wenn Schweinefleisch im Essen ist. Dann gibt es für Kinder mit muslimischem Glauben, die kein Schweinefleisch essen, eine vegetarische Variante oder ein anderes Fleisch. „So fühlt sich keiner ausgeschlossen“, sagt Schiller.

Schulessen-Lieferant verzichtet auf Schweinefleisch

Andere Wege geht da die Firma Meyer Menü, die auch in den Gemeinden Ganderkesee und Hude Schulen beliefert. „Um es den Erziehern und Erzieherinnen leichter zu machen, wird bei Meyer Menü kein Schweinefleisch mehr in der Kinder- und Jugendverpflegung eingesetzt“, teilt das Unternehmen mit.

Geschmack und Ansprüche habe sich bei den Kindern kaum geändert. „Allerdings sind die Anforderungen an die Kennzeichnung der Speisen in den letzten Jahren enorm gestiegen“, heißt es. Außerdem wird mehr nach Schonkost gefragt, die etwa für Allergiker geeignet ist. Ebenso gebe es eine gestiegene Nachfrage nach Bio-Produkten. Wobei hier allerdings die Bereitschaft fehle, dafür einen höheren Preis zu zahlen.