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Mordfall Graf Christian 1192 Mord als spannende Heimatkunde

Von Reiner Haase | 28.08.2015, 20:23 Uhr

Heimatforscher Speckmann bekräftigt, das Graf Christian vor 800 Jahren in Bergedorf ermordet wurde. Für ihn ist auch klar: Hier stand eine Kapelle.

In detektivischer Kleinarbeit spürt der Ganderkeseer Hermann Speckmann einem üblen Mordfall nach. Ein Fall voller Besonderheiten: Wahrscheinlicher Tatort ist der beschauliche Ort Bergedorf. Die Tatzeit liegt mehr als 800 Jahre zurück. Und es handelt sich wohl um einen Brudermord: Schergen des Grafen Moritz von Oldenburg sollen dessen Bruder, den Grafen Christian von Oldenburg, hier nach dessen Rückkehr von einem Kreuzzug heimtückisch erdolcht haben.

Vorabdruck veröffentlicht

So erzählt es gerne Gästeführer Gerd Logemann, und Heimatforscher Speckmann bestätigt das nach dem Durchleuchten aller Quellen, deren er habhaft werden konnte. Dazu zählen Aufsätze anderer Heimatforscher, Jahrbücher, heimatkundliche Nachschlagewerke und Gespräche mit heimatkundlich Beschlagenen. Er arbeitet an einem größeren Werk und hat den Teil „Die Ermordung von Graf Christian und das Kloster in Bergedorf“ jetzt als Vorabdruck im Selbstverlag herausgegeben. Er wolle die Neugier heimatgeschichtlich Interessierter schnellstmöglich befriedigen, sagt Speckmann.

Hintergründe und Zusammenhänge

In erfreulich klarer Sprache beleuchtet der Heimatforscher historische Hintergründe und Zusammenhänge. Er zitiert Überliefertes und weist deutlich darauf hin, wenn nach so langer Zeit nur noch spekuliert werden kann.

Sühnekapelle und Kloster

Speckmann hat auch Indizien dafür zusammengetragen, dass der heutige Hof Logemann Standort einer Sühnekapelle war und dass die Zisterzienser-Mönche, die später nach Hude umsiedelten, hier ein Kloster bauten. Auch das erzählt Gästeführer Logemann gerne vor einer kleinen Kapellen-Replik auf seinem Hof.

Der Vorabdruck über Mord und Kloster in Bergedorf ist in der Buchhandlung Stöber in Ganderkesee, Ring 8, erhältlich.