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Mühlentag 2016 in Hude Mühle im Klosterbezirk Hude mit viel Drumherum

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 17.05.2016, 09:02 Uhr

Erzählungen, Kunst und eine Parkführung haben den Mühlentag in Hude abgerundet. Erzählerin Helga Bürster bot Überraschungen.

Verglichen etwa mit den Mühlen Hasbergens oder Heiligenrodes mag die Klostermühle in Hude, zumal von innen, ein unspektakuläres Bild abgeben. Beim gestrigen Deutschen Mühlentag war das nicht anders. Umso aufregender aber das Drumherum, mit dem Hude seine Gäste unterhielt.

Gutsverwalterin führt durch Park

Da führte Gutsverwalterin Greta von Witzleben Besucher durch den zwölf Hektar großen Landschaftspark ihrer Familie. Das Skulpturenhaus in der Klosterremise stand den Gästen offen, und in der Klosterschänke herrschte Hochbetrieb. In der Mühle schließlich unterhielt die Erzählerin und Autorin Helga Bürster aus Dötlingen die Gäste – an diesem Nachmittag hauptsächlich mit Geschichten aus der Huder Region sowie solchen über Mühlen.

Geschichten abseits des Gängigen

Am liebsten, so Bürster, verblüffe sie ihre Zuhörer mit Geschichten, die diese noch nie gehört hätten: zum einen, weil sie aus dramaturgischen Gründen gern das Überraschungsmoment auf ihrer Seite habe. Zum anderen aber auch schlicht, weil sie viele gängige Geschichten einfach nicht möge, etwa jene, welche die Brüder Grimm gesammelt hätten.

Für Kinder ein Grimm-Märchen

Zumindest ein sehr bekanntes Märchen gab Bürster gestern dann allerdings doch zum Besten: jenes von den Bremer Stadtmusikanten. Auf diese Weise habe sie den Kindern in der Klostermühle einen Gefallen tun wollen. Den Großteil ihres Publikums aber machten am gestrigen Nachmittag dann doch die erwachsenen Zuhörer aus. Bereits nach knapp zwei Stunden hatte Bürster rund 60 Gästen etwa 20 Geschichten erzählt.

Erzählen wieder in Mode

Apropos: Das Geschichten-Erzählen sei wieder in, hat Bürster festgestellt. Es gebe sogar wieder eine Erzähler-Szene in Deutschland. In ihren Augen gewinnt eine Handlung unmittelbar an Reiz, wenn derjenige, der sie wiedergibt, frei zu seinen Zuhörern spricht, also nicht abliest. Sollte es sich ergeben, erfinde sie dann und wann auch schon mal einen Handlungsstrang hinzu. Keinesfalls aber ausgedacht habe sie sich, dass das Geschichten-Erzählen in Irland einst sogar ein Ausbildungsberuf gewesen sei.