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Müllabfuhr im Kreis Oldenburg Bürger müssen ihre Tonnen bis zu 100 Meter weit rollen

Von Thorsten Konkel | 02.01.2019, 18:25 Uhr

Im Kreis Oldenburg beginnt das neue Jahr mit Einschränkungen beim Service der Müllabfuhr. Und auch die Gebühren steigen. Dies sind die Ursachen dafür.

Mit steigenden Müllgebühren und Änderungen bei der Abfuhr müssen sich Bewohner des Landkreises Oldenburg zum Jahresbeginn anfreunden. Ursache der Gebührenerhöhung für insgesamt 58.500 Haushalte ist die Unfallverhütung: Aus Gründen der Sicherheit dürfen Müllwagen nicht mehr rückwärts in kleine Straßen ohne Wendehammer einfahren. Von diesen gibt es kreisweit 472 Straßen und Wege.

Nur für einen Teil davon ist für diesen Einsatzzweck jetzt ein kleineres, wendigeres Müllfahrzeug angeschafft worden. Obwohl die Kreisverwaltung zunächst empfohlen hatte, zwei derartige Lastwagen anzuschaffen.

Wie teuer es jetzt für die Haushalte wird

Denn das hätte die Erhöhung der Müllgebühren um 3,50 Euro noch weiter ansteigen lassen.

Bei den restlichen 209 Straßen ist für die Müllentsorgung nun ebenfalls die Muskelkraft der Bürger gefragt. Sie müssen ihre Tonnen künftig nämlich zu einem neuen, teils bis zu 100 Meter weit entfernten Sammelplatz rollen, den die alten Großfahrzeuge gefahrlos erreichen können. Betroffen sind laut Verwaltung 1200 Haushalte im gesamten Landkreis. ie werden nach und nach von der Kreisverwaltung schriftlich über ihre neuen Aufgaben bei der Entsorgung informiert.

Auch das im letzten Jahr erarbeitete Abfallwirtschaftskonzept wird umgesetzt. Unter Einbindung des Hamburger Gutachters „Atus“ wurde das für die nächsten Jahre Weg weisenden Konzept im September vom Kreistag beschlossen.

Die Zukunft des Gelben Sacks

Die Zukunft der Gelben Tonne stand im Mittelpunkt der Diskussionen. Erstmals hatten auch die Bürger dabei mitbestimmen dürfen. Zu klären war, ob das bestehende Sammelsystem für Leichtverpackungen – der Gelbe Sack – durch eine Tonne ersetzt werden soll. Aufgrund der Vertragslaufzeit kann ein Wechsel erst zum Jahr 2021 erfolgen. 2019 wird die Verwaltung mit den Dualen Systemen über die Ausgestaltung verhandeln und im Jahr 2020 werden die Vorbereitungen für die Umsetzung erfolgen.

7000 Bürger machenbei Abstimmung mit

Um die Stimmung für oder gegen eine Tonne in der Bevölkerung besser aufnehmen zu können, hatte der Kreis eine Umfrage initiiert. „Mit mehr als 7000 Stimmabgaben per Post, Telefon, E-Mail und Internet war die Beteiligung sehr erfreulich“, sagt Kreissprecher Oliver Galeotti. Mit der Umsetzung der Umfrage über das Internet hatte der Kreis Neuland betreten. Im Rückblick sei das eine gelungene Form der Bürgerbeteiligung gewesen, so das Fazit der Verwaltung.

Eine Mehrheit von 62 Prozent hat sich bei der mehrwöchigen Umfrage für den Wechsel zur Tonne ausgesprochen.

Neben dem Schwerpunktthema Wertstoffsack oder -tonne hat sich die Abfallwirtschaft für 2019 noch weitere Projekte vorgenommen: So soll ausführlicher über Abfallvermeidung informiert, die Qualität des Bioabfalls verbessert und ein Versuch zur Vermarktung von Grünabfallkompost unternommen werden. Auch werde die Zusammensetzung des Abfalls in Papiertonne untersucht und die Einführung einer „Abfuhrkalender-App“ geprüft, heißt es.

Und schließlich steht noch die Neukalkulation der Abfallgebühren an.