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Müllentsorgung im Vorwärtsgang Landkreis Oldenburg stellt 420 Straßen auf den Prüfstand

Von Mareike Bader | 17.01.2018, 18:37 Uhr

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Damit Müllfahrzeuge nicht mehr rangieren müssen, kommen 420 Straßen im Landkreis Oldenburg auf den Prüfstand. Der Entsorgerwechsel bei den Gelben Säcken ist indes problemlos verlaufen.

Bauliche Engstellen oder geparkte Autos stellen Müllwagen in Wohngebieten oft vor ein Problem. „Wendehämmer sind seit jeher ein Problem“, weiß Dieter Hahn vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft beim Landkreis Oldenburg.

Bei der Planung von Neubaugebieten werden Wendehämmer beispielsweise asymmetrisch gebaut, damit die Fahrzeuge besser wenden können, teilt Hauke Gruhn, Sprecher der Gemeinde Ganderkesee, mit. „Es gibt viele Fälle, in denen die Anwohner die Wendeanlagen als Parkplatz nutzen“, kritisiert Hahn.

Aus versicherungstechnischen Gründen dürfen Müllfahrzeuge nur noch vorwärtsfahren. Ein vielfaches Hin und Zurück zum Rangieren wie bisher ist nicht mehr erlaubt. Die Regelung gilt schon lange. „Die wurde aber nicht so hart ausgelebt“, erklärt Hahn.

Striktes Umsetzen des Rückfahrverbots nach Unglücksfällen

Nun gilt, dass ein Versorgungsunternehmen grob fahrlässig handelt, wenn die Fahrzeuge rückwärts fahren. „Ursächlich dafür waren verschiedene Unfälle“, erklärt Hahn und verweist auf Unglücksfälle, bei denen Personen übersehen und unter die Räder eines Müllfahrzeugs gerieten. Daher hat das zuständige Entsorgungsunternehmen Heinemann & Bohmann geprüft, welche Straßen zum Problem werden.

Im gesamten Landkreis Oldenburg muss nun bei 420 Straßen eine Lösung gefunden werden, erklärt Hahn. Bis zum Jahresende sollen die Müllfahrzeuge ohne Mühe ihre Tour machen können. Denkbar sei eine bauliche Vergrößerung eines Wendehammers, durch Asphaltierung der Grünfläche herum. Bei an sich breiten Straßen gebe es die Möglichkeit, feste Einengungen zurückzubauen.

Zentrale Aufstellorte als letzte Lösung

Sollte es keine Lösung geben, werden Aufstellorte ausgewiesen. Dort müssen dann die Anwohner, bei denen der Müll nicht direkt abgeholt werden kann, ihre Mülltonne hinbringen. Einen Rechtsanspruch auf die Müllentleerung vor der Haustüre gebe es nicht, betont Hahn. Bis zu 100 Meter seien vertretbar, sage die Rechtssprechung. Im Außenbereich seien sogar bis zu 200 Meter Entfernung zu einem Sammelplatz möglich.

Gleiches gilt auch für die Abholung der Gelben Säcke. Die Dualen Systeme haben dafür zum Jahreswechsel die Firma Remondis mit der Verteilung und Einsammlung der Wertstoffsäcke beauftragt. Durch den Entsorgerwechsel hatte sich im November ein Engpass an den Ausgabestellen für Gelbe Säcke im Landkreis Oldenburg ergeben.

Der Wechsel sei gut gelaufen, derzeit gebe es keine Engpässe mehr, berichtet Dieter Hahn. „Es läuft ruhig.“ Abholstellen in der Gemeinde sind neben dem Rathaus in Ganderkesee und dem Bürgerbüro in Bookholzberg auch Nahversorger wie die Märkte von Inkoop oder Famila sowie die Bäckerei Ruge in Falkenburg, Müllers Wurstdiele in Heide, aber auch die Bücherei in Schierbrok.

Horten und Zweckentfremdung führt zu unnötigen Engpässen

Pro Haushalt gebe es maximal zwei Rollen, bekräftigt Hahn: „Es besteht kein Anlass zum Horten.“ Er betont, dass die Gelben Säcke ausschließlich für die Abfallentsorgung von leichtem Verpackungsmüll bestimmt seien. Durch Zweckentfremdung, etwa den Transport von Einwegpfandflaschen, entstünden unnötige Engpässe.