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Mut-Tour 2016 In Ganderkesee radeln gegen Depression

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 03.09.2016, 14:14 Uhr

Station vor dem Alten Rathaus in Ganderkesee gemacht haben am Samstagvormittag die Teilnehmer der „Mut-Tour“ Mit der seit 2012 veranstalteten „bundesweiten Rad-, Kanu- und Reittour wollen die Veranstalter um Schirmherr Willi Lemke ihren Beitrag zur Entstigmatisierung der Depression als Erkrankung leisten.

Depressionserfahrene und nicht von der Krankheit betroffene Menschen haben sich in den letzten Wochen wieder auf den Weg gemacht, um vom 4. Juni bis zum 3. September auf der insgesamt gut 7000 Kilometer langen Strecke Vorurteile und Ängste gegenüber Menschen mit Depressionen abzubauen. Zu ihnen gehörte auch Joseph Kraus, Leiter des Teams, das sich am Samstag von Oldenburg aus über Ganderkesee zur Abschlusskundgebung nach Bremen aufgemacht hat.

„Betroffene sind keine Gewalttäter“

Nicht erst seit dem Amoklauf von München würden Betroffene immer wieder mit potenziellen Gewalttätern verglichen, sagte Kraus und bedauerte diesen Umstand. Die institutionelle Schirmherrin der Aktion, die Stiftung Deutsche Depressionshilfe, befürchtet nach dem Amoklauf von München eine zusätzliche Stigmatisierung von psychisch Kranken. Depressiv erkrankte Menschen seien dagegen eher suizidgefährdet, betonte Kraus.

Burnout am Arbeitsplatz

Auch der Burnout am Arbeitsplatz zähle zu den Facetten der Erkrankung, erläuterte der Tourleiter. Zu den Symptomen gehöre unter anderem die Antriebslosigkeit. Alles andere als antriebslos haben sich dagegen die Aktiven gezeigt. Während der Tour, die verschiedene Teams mit dem Tandem, dem Kanu und sogar auf dem Rücken von Pferden zurückgelegt haben, versorgten sich die Teilnehmer selbst, übernachteten meist in Zelten oder kehrten höchstens bei vom ADFC organisierten Übernachtungsmöglichkeiten auf Gegenseitigkeit ein.