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Nach Affäre um den Rettungsdienst Ehrenamtliche in Ganderkesee besorgt um den Ruf des DRK

Von Dirk Hamm | 29.05.2016, 22:32 Uhr

Die Affäre um falsch abgerechnete Rettungseinsätze des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Landkreis Oldenburg erschüttert auch die vielen Freiwilligen des Verbands. „Wir fühlen uns als Ehrenamtliche irgendwie entwaffnet“, bringt Andreas Strodthoff, zweiter Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Ganderkesee, die Stimmung in den eigenen Reihen auf den Punkt.

Die sich abzeichnende Entscheidung der Politik, den Vertrag mit dem DRK-Kreisverband über den Rettungsdienst im Landkreis zum Jahresende zu kündigen , könnte auch den ehrenamtlichen Bereich in ein schlechtes Licht rücken, fürchtet Strodthoff. Der betont zugleich, dass die bekannt gewordenen Vorwürfe „sich ausschließlich um die Abrechnung des hauptamtlichen Rettungsdienstes drehen“. Die Leistungen der Ganderkeseer Rotkreuzler im Sanitätsdienst und beim Katastrophenschutz würden ohne Abrechnungen erfolgen, stellt Strodthoff klar.

Entscheidung wird für den 2. Juni erwartet

Das ist aber nicht jedem bekannt, und so sehen sich die örtlichen Ehrenamtlichen laut Strodthoff in der Zwickmühle: „Wir sitzen in einem Boot, können aber wohl oder übel nur abwarten, wie die Sache ausgeht.“

Eine Entscheidung darüber, ob der DRK-Kreisverband mit seinen beiden Rettungswachen in Ganderkesee und Hude sowie dem Notarztstandort in Bookholzberg die Mitzuständigkeit für den Rettungsdienst ab 2017 verliert, soll nach Informationen der Kreisverwaltung während einer Sondersitzung des Kreisausschusses am 2. Juni fallen. Dem DRK droht der Verlust eines Auftrags, der rund zwei Millionen Euro im Jahr einbringt.

Der DRK-Landesverband schaltet sich in die Affäre ein

Der Präsident des DRK-Landesverbands, Dieter Holzapfel, will sich dem Vernehmen nach heute bei Landrat Carsten Harings für die Fortsetzung der Partnerschaft zwischen seinem Verband und dem Landkreis beim Rettungsdienst einsetzen und sich zudem in die Aufklärung der Betrugsvorwürfe einschalten.

Auch die Ehrenamtlichen des Ortsvereins, der sich mit dem Umzug in das gemeinsame Rettungszentrum mit der Feuerwehr an der Urneburger Straße 2014 einen neuen Schub versprochen hatte, setzen auf restlose Aufklärung. „Wir haben ein Interesse daran, dass das DRK Vertrauen genießt, das ist unser Pfund“, sagt Strodthoff. Und betont: „Das DRK ist mehr als der Rettungsdienst.“

Viele Angebote der ehrenamtlichen Rotkreuzler

Die Liste der Angebote und Aktivitäten der ehrenamtlichen Rotkreuzler in Ganderkesee, die das Vorstandsmitglied aufzählt, ist lang: „Wir haben tolle Tanzkreise, den Seniorengesprächskreis, die Blutspendeaktionen, das Jugendrotkreuz. Und unabhängig vom Rettungsdienst leisten unsere Helfer jährlich 8000 ehrenamtliche Stunden in der Sanitätsbereitschaft und im Katastrophenschutz.“