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Nach der Kreistagswahl 2016 Bestürzung über gutes AfD-Ergebnis im Landkreis Oldenburg

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 12.09.2016, 15:47 Uhr

Auch die kleinen Parteien, die im neuen Kreistag des Landkreises Oldenburg vertreten sind, haben mit Bestürzung auf das gute Abschneiden der AfD reagiert. Das beste Einzelergebnis aller Kandidaten erzielte Christel Zießler von der SPD.

Neben den Politikspitzen von CDU, SPD, Grünen und FDP haben auch Mitglieder der kleinen Parteien, die im Kreistag vertreten sind, mit Bestürzung auf das gute Abschneiden der AfD im Landkreis Oldenburg reagiert. Wie berichtet hatte die Alternative für Deutschland aus dem Stand knapp 7,9 Prozent der Wählerstimmen erhalten – die meiste Zustimmung gab es in der Gemeinde Großenkneten mit 10,33 Prozent, die wenigste in der Gemeinde Hude mit 6,52 Prozent.

Hansen: Keine Zusammenarbeit „mit braunen Socken“

Arnold Hansen von den Freien Wählern aus Ganderkesee sei erschüttert darüber, „dass wir einen Rechtsdrall in Deutschland und Europa wahrnehmen müssen und dass auch in Ganderkesee so viele Bürger die AfD gewählt haben“ – insgesamt 8,37 Prozent. Er freue sich über das Ergebnis der Freien Wähler und den Sitz im Kreistag, sagte Hansen weiter. Er werde auf Kreisebene die Belange der Gemeinde Ganderkesee vertreten und sei auch bereit, mit anderen zusammenzuarbeiten, wenn es um Ganderkeseer Themen geht. Er schließe allerdings kategorisch jedes Gespräch und jede Zusammenarbeit „mit braunen Socken“ aus.

Die Linke mit eigenem Resultat zufrieden

Die Wildeshauserin Kreszentia Flauger von den Linken sei schockiert über das Ergebnis der AfD. Alle demokratischen Parteien seien jetzt aufgefordert zu reagieren. Für die Linken „ist die AfD kein politischer Akteur, mit dem wir zusammenarbeiten wollen“. Ihr Kommentar zum eigenen Resultat: „Wir wollten zwei Mandate. Das haben wir erreicht.“

Otto Sackmann enttäuscht

Nicht zufrieden mit dem eigenen Ergebnis ist dagegen Otto Sackmann aus Bookholzberg. Die UWG hat nur zwei Sitze im künftigen Kreistag. Dabei waren seinen Angaben zufolge mindestens drei angestrebt. „Wir haben in den vergangenen Jahren politisch sehr viel gemacht – auch in Bookholzberg. Das haben die Bürger aber wohl anders gesehen“, so Sackmann. Er werde jetzt mit seinem Wildeshauser Kollegen Rainer Kolloge die nächsten Weichen stellen. Er glaube nicht, dass die UWG mit anderen Parteien eine Gruppe bilden werde und dass eine Zusammenarbeit mit der AfD möglich sei.

Harings setzt auf zielorientierte Zusammenarbeit

Landrat Carsten Harings gab sich moderat: „Jede Wahl birgt eine Überraschung in sich“, so der Landrat, der sich zur AfD nicht äußerte. „Ich bin überzeugt, dass wir die gute, sachliche und zielorientierte Zusammenarbeit im Kreistag in den nächsten fünf Jahren fortsetzen werden.“

Christel Zießler erhält fast 4000 Stimmen

Neu ist die Anzahl der Sitze: Statt 46 gibt es künftig 50 plus einen Sitz für Harings. 30 Abgeordnete quer durch die Parteien sind neu beziehungsweise wieder dabei. Das beste Ergebnis erzielte die stellvertretende Landrätin Christel Zießler (SPD) aus Falkenburg mit 3996 Stimmen. Erst mit großem Abstand folgen Astrid Grotelüschen (CDU) aus Ahlhorn (2728), Franz Duin (SPD) aus Wildeshausen (2495), Hartmut Post (CDU) aus Dünsen (2364) und Detlef Sonnenberg (SPD) aus Wardenburg-Tungeln (1911).