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Nach Kahlschlag in Ganderkesee 12000 junge Eichen schließen Loch im Fuhrenkamp

Von Reiner Haase | 16.11.2015, 18:32 Uhr

12000 Roteichen-Setzlinge sollen im Fuhrenkamp zu prächtigen Bäumen reifen. Am Wochenende noch glich die Pflanzfläche einer kahlen Kraterlandschaft.

„Man geht zurzeit nicht gerne durch den Wald“, sagt Hartwig Lambracht vom Fuhrenkamp Schutzverein. Seit Monaten reißt ein großflächiger Kahlschlag ausgerechnet auf der dem Ort Ganderkesee zugewandten Seite ein Loch ins Antlitz des Bürsteler Fuhrenkamps. Im Sommer haben Stürme etliche der vereinzelt stehengebliebenen Bäume umgeworfen. Und in der vergangenen Woche sind auch noch Kräuter und Sträucher zu Mulch zerhäckselt worden. „Soll das ein Wald ohne Bäume werden?“, lautete am Wochenende eine ketzerische Frage in den sozialen Medien.

Mit Mulchen Pflanzaktion vorbereitet

„Keineswegs“, sagt Rainer Städing, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Die drei Hektar große Fläche im Fuhrenkamp habe schon beim Abholzen im Frühjahr Schlagzeilen gemacht. Mit dem Einsatz des Mulchgeräts sei eine große Pflanzaktion vorbereitet worden.

Waldarbeiter klagen zügig

Taten bestätigen Städings Worte: Neun Mitarbeiter einer Baumschule machen seit Montag aus der kahlen Kraterlandschaft eine Kinderstube für rund zwei Jahre alte Bäumchen. Von einem Lagerplatz aus tragen die Waldarbeiter Eichenschösslinge in Taschen zu den Plätzen, an denen sie zu prächtigen Roteichen reifen sollen, und graben das Wurzelwerk ein. Die Wiederaufforstung kommt zügig voran. Am Montagmittag sind laut Revierförster Jens Meier 3200 Pflanzen in die Erde gekommen. Bis Dienstagnachmittag sollen alle 12000 Roteichen gesetzt worden sein.

Laubbäume verjüngen den Wald

Eine Ganderkeseerin mit Hund an der Leine, die nicht genannt werden will, beobachtet das Geschehen mit Wohlwollen. „Ich habe gewusst, was in diesen Tagen hier passiert“, sagt sie, „es ist gut, dass der Wald mit Laubbäumen verjüngt wird. Ich frage nach, wenn ich den Förster antreffe, und bekomme ausführliche Auskünfte.“

Info-Offensive klappt nicht immer

Die Landesforsten wollen Irritationen bei den Bürgern vermeiden, indem sie offensiv über Aktivitäten im Wald vor der Haustür der Ganderkeseer informieren. Das klappe nicht immer, so Lambracht, der stellvertretende Vorsitzende des Fuhrenkamp Schutzvereins: „Manches erfahren auch wir erst im Nachhinein.“