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Nachbarschaftsstreit in Immer Im Kadaverstreit reißen die Schuldzuweisungen nicht ab

Von Thomas Deeken | 01.06.2015, 20:32 Uhr

Der Nachbarschaftsstreit zwischen Landwirt Onno Osterloh sowie Manuela Hohnholz und Holger Cordes um eine Kadavertonne in Immer scheint kein Ende zu finden. Die gegenseitigen Schuldzuweisungen reißen nicht ab.

„Viermal habe ich eine Schlichtung angeschoben“, sagt der Landwirt. Alle Schlichtungsversuche – zuletzt mithilfe der evangelischen Kirche – seien allerdings abgebrochen worden. Trotzdem will Osterloh eigenen Angaben zufolge nicht aufgeben: Er hofft weiter auf eine Einigung. „Allerdings muss die Gegenseite ernsthaft Friedenswillen zeigen.“

Anwohner: An Vereinbarungen gehalten

Von ihrer Seite aus sei die Schlichtung überhaupt nicht abgebrochen worden, betonten Manuela Hohnholz und Holger Cordes auf dk-Anfrage. Sie hätten sich auch an die Vereinbarungen gehalten, die in einem Vertrag vom 5. November 2014 festgehalten wurden, Osterloh allerdings nicht. Darüber hinaus werfen die beiden Anwohner dem Landwirt vor, mit toten Tieren, die nur mit einer Plane bedeckt seien, über öffentliche Straßen zu fahren. Das sei nicht erlaubt.

Auslöser dieses seit Jahren schwelenden Streits ist ein Container für verendete Tiere aus Osterlohs Putenhaltung, der sich im Sichtbereich des Hauses der Nachbarn an der Stüher Straße befindet.

Kadavertonne mit Kühlung in Erde platziert

Der Standort des Containers wurde laut Niedersächsischem Geflügelwirtschaftsverband (NGW) in Oldenburg vom Landkreis genehmigt und „vom Landwirt vorschriftsmäßig mit einer Kühlung in der Erde platziert“. Der Stellplatz dieser Kadavertonne sei inzwischen mit Sträuchern zugewachsen, sodass er vom Wohnhaus der Nachbarn nicht mehr direkt sichtbar sei, heißt es in einem Schreiben der NGW. Einsehbar sei allerdings, wie der Container befüllt und entleert werde. Und das sei ausschlaggebend für den fortdauernden Streit.

Osterloh habe den Eindruck, dass es mittlerweile gar nicht mehr um den Container an sich gehe. Vielmehr glaube er, dass sich die Nachbarn gegen den Verkehr dort im Allgemeinen wendeten. So seien beispielsweise Mitarbeiter, die mit Schleppern hin- und hergefahren seien, angehalten worden. „Sie konnten nicht weiterfahren, bis ich selbst dazukommen musste“, so Osterloh. Ganz besonders schikaniert worden sei ein junger Lehrling seines Betriebes. Dennoch sei der Landwirt an einem friedlichen Zusammenleben interessiert. Er betont aber auch: „Solange der Nachbar nicht glaubhaft signalisiert, an einem Nachbarschaftsfrieden interessiert zu sein, wird der Container auch weiterhin an seinem jetzigen Standort stehen bleiben.“