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Nachhaltigkeit als Prinzip Ganderkeseer Bäckerei setzt auf fair gehandelten Kaffee

Von Dirk Hamm | 13.09.2016, 23:05 Uhr

Wer in einem der Backshops von Meyer Mönchhof etwa einen Latte Macchiato oder einen frisch gebrühten Filterkaffee bestellt, konsumiert ein fair gehandeltes Produkt. Das verspricht das „Fairtrade“-Siegel, das auf der Preisliste und auf den Bechern für den Kaffeegenuss „to go“ prangt.

Die Umstellung, die Ende 2010 vorgenommen wurde, sei bestens angenommen worden, bilanziert Thomas Stockinger, Geschäftsführer der Bäckerei mit Hauptsitz an der Nutzhorner Landstraße: „Wir haben seitdem mehr als 50 Prozent mehr Kaffee verkauft.“

Die Themen Nachhaltigkeit und fairer Handel, auf die das Unternehmen laut Stockinger seit ein paar Jahren ganz bewusst setzt, möchte auch Astrid Grotelüschen ins Bewusstsein rücken. Die CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem hiesigen Wahlkreis hat sich am Dienstag in der Meyer-Mönchhof-Filiale in Bookholzberg darüber informiert, wie genau diese Themen in einem mittelständischen Unternehmen praktisch umgesetzt werden.

Zunehmende Akzeptanz für fairen Handel

Am selben Tag hatte die Politikerin zuvor die Schülerfirma „Küchenzauber“ in der Kerschensteiner-Schule (BBS II) in Delmenhorst besucht und mit den Schülern gemeinsam Milchshakes gemixt und Cookies gebacken – aus fair gehandelten Zutaten.

Grotelüschen sieht eine zunehmende Akzeptanz fair gehandelter Produkte hierzulande und belegt dies mit dem stark gestiegenen Umsatz dieser Waren, der im vergangenen Jahr knapp unterhalb der Milliardenmarke gelegen habe.

Thomas Stockinger bereut den Umstieg auf den Fair-Trade-Kaffee des Anbieters Tchibo nicht: „Ich denke, dass sich die Einkaufspräferenzen verändert haben. Die Menschen achten auf Genuss, Regionalität und Nachhaltigkeit.“ Dass Kaffeeprodukte, die mit einem Fairtrade-Siegel versehen sind, geschmacklich dem herkömmlichen Kaffee nicht nachstehen, davon habe er sich vor der Umstellung überzeugt.

Fair-Trade-Kaffee kann beim Geschmack mithalten

Noch vor rund sechs Jahren habe fair gehandelter Kaffee bei vielen als wenig genießbar gegolten. Die Preise für die Kaffeeprodukte habe Meyer Mönchhof beim Umstieg nicht erhöht. Der höhere Einkaufspreis für die Fair-Trade-Ware konnte über die kräftig gesteigerte Nachfrage aufgefangen werden, erläuterte Stockinger.

Tchibo garantiere, dass die Anbaubetriebe, die den Kaffee liefern, einen gerechten Mindestabnahmepreis erhalten. Stockinger ist sich sicher, dass dabei alles mit rechten Dingen zugehe: „Der Marktanteil des Fair-Trade-Kaffees ist inzwischen so groß, dass sich Tchibo es gar nicht leisten kann, die Unwahrheit zu sagen.“

Bäckerei setzt auch Akzent im Klimaschutz

Auch der Umwelt- und Klimaschutz kommt bei Meyer Mönchhof in die Tüte – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Brötchentüten lässt die Bäckerei nach Angaben des Geschäftsführers seit fünf Jahren klimaneutral produzieren, außerdem müssen sie kompostierbar sein, so die Anforderung an den Hersteller. Die Klimaneutralität werde mithilfe von Klimaschutz-Zertifikaten bewerkstelligt, die Meyer Mönchhof seit 2011 erworben hat. Damit kann über Ausgleichsmaßnahmen, etwa die Errichtung von Windkraftanlagen in Südindien oder Aufforstungsmaßnahmen in Deutschland, die Menge an Kohlendioxid eingespart werden, die bei der Produktion der Tüten ausgestoßen wird.