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Nahverkehr in Ganderkesee und Hude Ganderkeseer Reisedienst bangt um Linienverkehr

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 05.07.2017, 19:36 Uhr

Im Raum Ganderkesee/Hude wird der Linienbusverkehr neu vergeben. Beim Ganderkeseer Reisedienst Thiemann warnt die SPD vor dem Verlust örtlicher Kompetenz.

Der Reisedienst Thiemann hängt zurzeit zwischen Baum und Borke. Das Familienunternehmen aus Ganderkesee ist mit sechs seiner zwölf Busse in den Linienverkehr im Landkreis Oldenburg eingebunden und erwägt die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs. Zurzeit aber ist das Bestellen riskant. Der Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen (VBN) hat den Linienbusverkehr im Raum Ganderkesee und Hude neu ausgeschrieben, wegen des Auftragsvolumens europaweit. Das Ergebnis kann den Ganderkeseern für weitere zehn Jahre Planungssicherheit als Unternehmen im Linienverkehr bringen – es kann aber auch ausgebootet werden.

Wechsel im Süden und Westen des Landkreises

„Wir sehen dem gelassen entgegen“, sagt Geschäftsführerin Uschi Thiemann. „Wir können das Ergebnis der Ausschreibung nicht beeinflussen“, ergänzt der Landtags- und Kreistagsabgeordnete Axel Brammer (SPD). Gleichwohl schauen die Unternehmerin und der Politiker aktuell gleichermaßen gespannt auf den Süden des Landkreises Oldenburg. Dort geht der Linienbusverkehr, der kreisweit vor allem die Schülerbeförderung umfasst, nach schon abgeschlossener Neuausschreibung ab August von Weser-Ems-Bus (WEB) auf das südoldenburger Unternehmen Wilmering über.

Lokale Unternehmen kooperieren

„Wie sich der Wechsel auswirkt, muss sich noch zeigen“, sagt Lars Thiemann, Angestellter im Familienunternehmen. Für den Abgeordneten Brammer ist es wichtig, dass bei einem solchen Wechsel lokale Kompetenz nicht verloren geht. Der Reisedienst Thiemann wickelt die Schülerbeförderung auf fünf von zwölf Linien im Raum Ganderkesee/Hude im WEB-Auftrag ab; auch andere örtliche Unternehmen wie Schote in Hude und Hutfilter in Delmenhorst sind eingebunden, und man unterstützt sich gegenseitig. „Wir haben einen kurzen Draht zu den anderen Unternehmen vor Ort“, berichtet Lars Thiemann für den Fall, dass ein Bus kurzfristig ausfällt: Kein Schüler soll am Straßenrand stehenbleiben, dafür steht man gemeinsam ein.

Zuschuss für starken ÖPNV auf dem Lande

Wenn bei Thiemanns tatsächlich die Anschaffung eines Linienbusses ansteht, zahlt das Land Niedersachsen einen Zuschuss von 40 Prozent. „Wir haben im letzten Jahr ein Zeichen für den Nahverkehr im ländlichen Raum gesetzt und den Zuschuss wieder eingeführt. Schwarz-Gelb hatte ihn abgeschafft“, erinnert der SPD-Abgeordnete Brammer.